Eine Schwerter Schiedsrichterin hat ein neues Kapitel ihrer Karriere aufgeschlagen. © Sebastian Reith
Fußball

Schwerterin schlägt neues Kapitel ihrer Schiedsrichterkarriere auf – und ist „angefixt“

Frauenfußball-Bundesliga, 5. Spieltag: FC Carl-Zeiss Jena gegen SC Freiburg - kein Spiel, das den 08/15-Fan vom Hocker haut. Für die Schiedsrichterin der Partie jedoch etwas ganz Besonderes.

Gut 500 Zuschauer waren im traditionsreichen Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld Augenzeuge einer Premiere: Zum ersten Mal in ihrer Schiedsrichterkarriere leitete die Schwerterin Annika Kost (29) ein Spiel der 1. Bundesliga.

Bis zu ihrer Hochzeit vor knapp sechs Wochen ging die Schwerter Unparteiische unter ihrem Mädchennamen Annika Paszehr ihrer sportlichen Leidenschaft nach. Der Nachname ist nun ein anderer, geblieben aber ist das erfolgreiche Dasein als Schiedsrichterin für ihren Verein Holzpfosten Schwerte 05.

Annika Kost (früher Paszehr) hat ihr erstes Spiel der 1. Frauenfußball-Bundesliga gepfiffen. © imago © imago

Denn mit besagter Premiere in Jena am vergangenen Wochenende hat die Schwerterin nun ein neues Kapitel als Unparteiische aufgeschlagen – es soll nicht ihr letzter Einsatz in der höchsten deutschen Spielklasse gewesen sein. „Geplant ist, dass ich in dieser Saison zwei bis vier Partien der 1. Bundesliga leite – zunächst mal als Probespiele“, erzählt Annika Kost. Anschließend werde sie dann erfahren, ob sie fest in den Kreis der Erstliga-Schiedsrichterinnen aufgenommen wird.

18 Unparteiische umfasst dieser Kreis derzeit – alles Frauen. Und weil nicht abzusehen sei, dass am Saisonende jemand aus diesem Kreis ausscheidet, könne sie ihre Chancen nur schwer abschätzen, ob aus dem Erstliga-„Schnupperkurs“ zur Saison 2022/23 dann mehr wird. „Ich kann nur versuchen, meine bestmögliche Leistung zu bringen. Und dann muss ich abwarten, wie sie beim DFB entscheiden“, erklärt die Schwerterin, „möglicherweise wird auch aufgestockt. Aber das ist alles noch offen.“

Positives Feedback der DFB-Beobachterin

Aber zumindest ist Annika Kost offenbar schon mal ein guter Start als Erstliga-Schiedsrichterin geglückt. Das Feedback der DFB-Schiedsrichterbeobachterin habe ihr jedenfalls eine souveräne Leistung bescheinigt, berichtet Kost. „Es war aber auch ein dankbares Spiel, es gab kaum knifflige Szenen“, berichtet sie bescheiden über den Verlauf des Spiels, das die Freiburgerinnen mit 5:1 gewonnen haben.

Wann sie das nächste Mal in den Genuss kommt, ein Erstliga-Spiel zu pfeifen, weiß Annika Kost noch nicht. „Ich nehme mal an, dass es noch im Laufe der Hinrunde sein wird. Aber das erfährt man immer recht kurzfristig“, erklärt sie. Aber selbst wenn überhaupt kein Schiedsrichter-Einsatz in der höchsten Spielklasse mehr hinzukäme, wäre die Noch-29-Jährige nicht todunglücklich. „Unabhängig davon, ob es mit weiteren Erstliga-Einsätzen klappt oder nicht: Ich kann von mir behaupten, ein Spiel der 1. Bundesliga gepfiffen zu haben. Das kann mir keiner mehr nehmen.“

Assistentin an der Linie – auf Dauer nicht genug

Und trotzdem ist sie nun „angefixt“ – die Partie in Jena soll keine Eintagsfliege gewesen sein, der Ehrgeiz, weitere Erstliga-Spiele leiten zu dürfen, ist geweckt. Am kommenden Sonntag aber darf es erstmal wieder eine Nummer kleiner sein. 1. FC Köln gegen Carl-Zeiss Jena heißt dann die Begegnung – wieder 1. Frauen-Bundesliga, wieder mit Annika Kost. Diesmal aber „nur“ als Assistentin an der Linie – eine Rolle, mit der sich die Schwerter Schiedsrichterin auf Dauer nicht begnügen will.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch