Die beiden Schwerter WM-Teilnehmer Dennis Krüsmann (li.) und Oliver Manz schwärmten von den Jungsenioren-Titelkämpfen in Kroatien in den höchsten Tönen. © privat
Tennis

Total euphorisiert: Ein Vize-Weltmeister und ein WM-Bronzemedaillengewinner aus Schwerte

Dabeisein ist alles? Von wegen - zwei Schwerter Tennisspieler haben an den Jungsenioren-Weltmeisterschaften nicht nur teilgenommen, sondern waren darüber hinaus noch sehr erfolgreich.

Wenn man sich mit Oliver Manz und Dennis Krüsmann über die Woche unterhält, die sie im kroatischen Küstenort Umag verbracht haben, kommen die beiden aus dem Schwärmen kaum heraus. „Ein unglaubliches Erlebnis, das ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde“, sei das hochprofessionell ausgerichtete Weltmeisterschaftsturnier des internationalen Verbandes ITF gewesen, sagt Manz. Und Dennis Krüsmann ergänzt, mit einigen Tagen Abstand sei er „immer noch total euphorisiert.“

Die jährlich ausgetragenen Seniorenturniere der Altersklassen 30, 35, 40 und 45 (jeweils Herren und Damen als Einzel- und Doppelkonkurrenzen sowie Mixed) lockten rund 400 Aktive aus allen Himmelsrichtungen zur Adriaküste; Allein schon wegen der vielen unterschiedlichen Nationalitäten sei ein besonderes Flair entstanden, berichtet Oliver Manz.

Mit seiner Bielefelder Partnerin Anna-Katharina Lüke spielte Oliver Manz ein starkes Mixed-Turnier. © privat © privat

Und auch der sportliche Stellenwert des Turniers war offenbar nicht zu verachten. „Da wurde richtig gutes Tennis gespielt“, sagt Manz – kein Wunder, tummelte sich doch der eine oder andere Ex-Profi in den Teilnehmerfeldern.

Kampfloser Einzug in die zweite Runde

Zum sportlichen Teil der Titelkämpfe aus Schwerter Sicht: Für Oliver Manz begann das Herren-35-Turnier mit einem kampflosen Einzug in die zweite Runde – der als Gegner zugeloste Kroate trat nicht an. In Runde zwei folgte das Match gegen einen Litauer, die Nummer 8 der Setzliste. Nach nervösem Beginn steigerte sich Manz und entschied die Partie im dritten Satz für sich, den er glatt mit 6:0 gewann.

Oliver Manz und Dennis Krüsmann (hi.,2.u.3.v.li.) waren Teil des deutschen Teams bei den Jungsenioren-Weltmeisterschaften in Kroatien. © privat © privat

Damit stand Manz unter den letzten 16 – aber an dieser Stelle war dann auch Endstation. Gegen einen slowenischen Spieler kam mit 2:6, 2:6 das Turnier-Aus. „Meine Leistung war absolut okay. Aber der Gegner war einfach zu gut“, musste Manz anerkennen.

Ein richtig starkes Turnier spielte die Schwerter Nummer eins im Mixed-Wettbewerb. An der Seite von Anna-Katharina Lüke, einer 2.-Bundesliga-Spielerin aus Bielefeld, die Manz erst vor Ort in Umag kennenlernte, gab es zum Auftakt gegen ein polnisches Gespann einen glatten 6:1, 6:0-Sieg. Gegen die an Nummer 3 gesetzte deutsch-slowakische Kombination präsentierten sich Manz und Lüke dann richtig stark und zogen mit 6:4, 5:7 und 10:1 ins Halbfinale. Hier kam jedoch gegen die späteren Turniersieger mit 0:6, 4:6 das Aus.

Manz ist stolz auf seine Bronzemedaille

Weil Platz drei und vier im Tennis nicht ausgespielt werden, sondern beide geschlagenen Halbfinalisten den dritten Platz belegen, baumelte zum Turnierabschluss die Bronzemedaille um Oliver Manz’ Hals, was den 35-Jährigen mit Stolz erfüllt. „Definitiv ein ganz besonderes Gefühl“ sei es, bei einer Weltmeisterschaft eine Medaille gewonnen zu haben.

Und Dennis Krüsmann? Ohne große Ambitionen sei er nach Kroatien gefahren, erzählt er. „Eher als eine Art Tennis-Tourist nach dem Motto: Mal gucken, was geht. Ein Laptop zum Arbeiten hatte ich jedenfalls auch mitgenommen“, erzählt der 42-Jährige.

Dennis Krüsmanns „Eisenarm“ im ersten Spiel

Doch berufliche Belange blieben dann weitgehend außen vor. Denn in Sachen Tennis war Krüsmann im Herren-40-Turnier viel besser unterwegs, als er das vorher für möglich gehalten hatte. Für sein erstes Match galt das aber noch nicht. Mit 3:6, 4:6 unterlag der Schwerter einem Spieler aus Mexiko. „Der war eigentlich schlagbar. Aber ich hatte einen Eisenarm, weil ich unglaublich nervös war. Du stehst auf dem Platz, und plötzlich wird dir bewusst: Du spielst hier auf einer Weltmeisterschaft“, beschreibt Krüsmann seine Gefühle.

Kurioserweise aber entpuppte sich seine Auftaktniederlage im Nachhinein als Glücksfall. Denn in der Nebenrunde, in der die Erstrundenverlierer ihren eigenen Turniersieger ermittelten, räumte Krüsmann richtig ab. Nach Siegen gegen einen Israeli (6:1, 6:2) und einen Peruaner (6:4, 2:6, 10:6) kam es im Halbfinale besagter Nebenrunde zum Vergleich mit einem Niederländer. „Den hatte ich am Vortag spielen sehen und rechnete mir keine großen Chancen aus“, verrät Krüsmann. Am Ende aber gewann Krüsmann mit 6:4, 4:6 und 10:6 und zog somit ins Endspiel ein.

Tränen in den Augen beim Matchball

„Beim Matchball hatte ich plötzlich Tränen in den Augen – ich hatte doch im Traum nicht daran gedacht, bei so einem Turnier im Endspiel zu stehen“, schildert der Schwerter seine Gefühle. Dass es dann im Finale nichts zu holen gab („Krüsmann: „Der Akku war leer“), war fast schon nebensächlich. „Ich kann von mir sagen, ich bin Vizeweltmeister geworden – das Wort Nebenrunde verschlucke an dieser Stelle ganz gerne“, sagt Krüsmann lachend.

Mit der feierlichen und groß aufgezogenen Siegerehrung hatten die Titelkämpfe für Manz und Krüsmann ihren emotionalen Höhepunkt zum Abschluss. Und weil es so schön war, ist der Termin der Titelkämpfe 2022 im Kalender schon rot markiert. Dann wird in Portugal um die WM-Titel der Altersklassen gespielt – wohl wieder auch mit Oliver Manz und Dennis Krüsmann.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
Zur Autorenseite
Michael Doetsch