Seit dem späten Dienstagnachmittag ist klar, in welcher Liga Tim Gurol und die HSG Schwerte/Westhofen in der nächsten Saison auf Torejagd gehen. © Bernd Paulitschke
Handball

Verbandsliga ja oder nein? Die HSG Schwerte/Westhofen hat sich entschieden

Dass der Handballverband Westfalen der HSG Schwerte/Westhofen die Möglichkeit eröffnet hat, in der nächsten Saison in der Verbandsliga um Punkte zu spielen, kam für alle HSG-Beteiligten überraschend.

Einen Schnellschuss wollten Spieler und sportliche Leitung der HSG vermeiden, nachdem am Pfingstmontag die überraschende Mitteilung des Handballverbandes Westfalen in den elektronischen Briefkasten geflattert war. Nach einem schwierig zu durchschauenden System, bei dem Platzierungen und Punkteausbeute der vergangenen drei Spielzeiten berücksichtigt wurden, kam die HSG Schwerte/Westhofen am grünen Tisch als einer von sechs Verbandsliga-Aufsteigern heraus.

Deshalb hatte man im HSG-Lager beschlossen, erst einmal eine Nacht drüber zu schlafen, ehe man die Entscheidung fällt, ob man die sportliche Herausforderung annimmt oder ob man auf den Sprung in die höhere Spielklasse verzichtet, weil man sich in der Landesliga besser aufgehoben fühlt.

„Die Jungs wollen es tatsächlich angehen“

Nach mehreren virtuellen Spielersitzungen verkündete Rolf Linnemann in seiner Funktion als Sportlicher Leiter dann am Dienstag gegen 17.45 Uhr die Entscheidung: „Die Jungs wollen es tatsächlich angehen“, so Linnemann. Mit anderen Worten: Die HSG Schwerte/Westhofen nimmt das Aufstiegsrecht in Anspruch – nach dem Aufstieg der HVE Villigst-Ergste vor einem Jahr gibt es in der Saison 2021/22 zwei Schwerter Mannschaften, die in der Verbandsliga um Punkte spielen. Und demzufolge gibt es auch wieder ein Schwerter Derby.

Als Vereinsführung stehe man voll und ganz hinter dem Entschluss der Mannschaft, die Verbandsliga in Angriff zu nehmen, betonte Rolf Linnemann. „Was haben wir denn zu verlieren? Schlimmstenfalls steigt man wieder ab und steht dann in einem Jahr eben wieder in der Landesliga.“ Außerdem müsse es ja nicht zwingend so kommen, „dass wir Woche für Woche eine Reise kriegen.“ Andererseits ist Linnemann aber auch realistisch genug, um festzustellen, „dass das für die Jungs ganz sicher keine einfache Geschichte wird.“

Trainergespann und Mannschaft sind sich einig

Dessen ist sich auch Nico Paukstadt, gemeinsam mit Tim Decker das Trainergespann der HSG, bewusst. Doch man sei letztlich genauso einer Meinung wie die Spieler, verrät Paukstadt: „Natürlich sind wir nicht sportlich aufgestiegen. Aber ganz ehrlich: Wenn man so ein Geschenk des Verbandes kriegen kann, dann sollte man es auch annehmen. Wir sehen es eine Chance – und alle haben richtig Bock drauf“, sagt der Coach.

Aber gibt es denn nicht doch Bedenken, dass die Verbandsliga leistungsmäßig eine Nummer zu groß sein könnte? Paukstadt dazu: „In der Qualität unseres Kaders sehe ich nicht das Problem. Das Problem ist, dass wir in der Breite eigentlich nicht gut genug besetzt sind. Es darf uns sicherlich nicht passieren, dass sich drei, vier Leute gleichzeitig verletzten. Aber das wäre in der Landesliga genauso ein Problem“, meint Paukstadt.

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Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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