Unerklärliches Lkw-Chaos in Schwerter Anwohnerstraße

rnVerkehr

Kein Gewerbegebiet in direkter Nähe, enge Fahrbahn und sicherlich kein geeigneter Schleichweg – dennoch verirren sich immer wieder 40-Tonner in die Bergische Straße. Das ärgert die Anwohner.

Schwerte

, 10.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fahrbahn der Bergischen Straße ist kaum drei Meter breit. Schon wenn sich zwei Pkw begegnen, wird es eng. Ein Ausweichmanöver ist vorprogrammiert. Noch enger wird es, wenn hier ein Transporter unterwegs ist.

Wenn es sich bei dem Fahrzeug aber um einen 40-Tonner-Lkw handelt, dann ist alles aus. Gegenverkehr und ausweichen ist kaum noch möglich.

Immer wieder Sattelschlepper unterwegs

Dennoch sind immer wieder Sattelschlepper auf der Straße unterwegs, erzählt Eberhard Sasse. Der Schlossermeister wohnt am Ende der Bergischen Straße und beobachtet das Phänomen bereits seit einiger Zeit. „Täglich kommen Sattelzüge und andere Groß-Lkw durch unsere Straße“, erzählt er.

Die Brummis führen meist den Alten Dortmunder Weg herunter. Es kam sogar schon vor, dass die Fahrzeuge sich in der Bergischen Straße festgefahren haben und dann rückwärts in die Friedhofstraße rangierten, um sich wieder zu befreien. „Da bildete sich ein Stau, weil alle Autos und sogar ein Bus warten mussten“, so der Nachbar.

Dieser Fahrer musste sogar wieder rückwärts zurück in die Friedhofstraße, um sich nicht festzufahren.

Dieser Fahrer musste sogar wieder rückwärts zurück in die Friedhofstraße, um sich nicht festzufahren. © Sasse

Warum die Lkw ausgerechnet dort lang fahren? Da kann Sasse nur spekulieren, denn die enge Straße ist für Lastfahrzeuge auch als Schleichweg denkbar ungeeignet.

„Die meisten Fahrer, die hier lang fahren sind osteuropäischer Herkunft“, so Sasse. Aber einem Fahrer, einem Deutschen, der hier lang kam, sei er später mal bei Baustoffe Homel begegnet. Dort habe er ihn gefragt: Der Mann sagte, er nutze drei Navis. Eins speziell für Lkw, ein normales Gerät und Google Maps. Letzteres bietet bei Stau auch Alternativrouten durch Anwohnerstraßen an.

Kein Lkw-Verbot in den kleinen Wohnstraßen

Fest steht jedenfalls, dass die Lkw durchaus über den Alten Dortmunder Weg und die Bergische Straße rollen dürfen. Denn ein Lkw-Verbot gilt dort nicht.

Ganz ungefährlich ist die Situation aber nicht, findet nicht nur Sasse. „Ich habe mit vielen Nachbarn gesprochen, die regt das alle auf“, erzählt er. Es wäre doch ganz einfach, wenn bereits an der Kreuzung Alter Dortmunder Weg /Am Eckey ein Verbotsschild stehen würde. Denn auf Dauer sei der Lkw-Verkehr ja auch schädlich für die Straße. In Bereich der Bahnlinie seien die Bordsteine schon stark abgefahren.

Ordnungsamt will Lkw-Verkehr messen

Auch mit dem Ordnungsamt hat sich Sasse schon auseinandergesetzt. Dort will man jetzt den Lkw-Verkehr elektronisch messen. Ein neues Gerät dazu sei just in dieser Woche eingetroffen, so Stadtsprecher Ingo Rous.

Das Messgerät müsse noch einsatzbereit gemacht werden, dann will man feststellen, wie viele Lkw tatsächlich die unpraktische Umfahrung nutzen. Anschließend kann man sich Gedanken über entsprechende Maßnahmen machen, so der Stadtsprecher.

Lesen Sie jetzt