10 Jahre Kuhbar: Eis-Manufaktur will sich erweitern

Im Technologiepark

Mit einer kleinen Eisdiele in Dortmund-Berghofen ging es 2007 los, heute gibt es 30 große und acht kleine Filialen der Kuhbar. Am Freitag feierte Gründer Bernd Ostermann das zehnjährige Bestehen seiner Firma. Und er hat große Pläne: Die Eismanufaktur im Schwerter Technologiepark soll erweitert werden.

SCHWERTE

, 07.04.2017, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Idee, eine Eisdiele aufzumachen, kam dem gelernten Maschinenbautechniker Bernd Ostermann an einem Sommerabend im Jahre 2006 im heimischen Garten. Mit seiner Frau dachte er über eine eigene Firma nach. Passend zum Sommer lautete ihre Idee: Wir machen Eis. Noch 2007 eröffnete man die erste kleine Eisdiele in Dortmund-Berghofen - in diesem Jahr kann also das zehnjährige Bestehen der Firma gefeiert werden.

Zu Gründungszeiten stellte die Kuhbar auch ihr Eis noch in Berghofen her, seit 2011 wird in Schwerte produziert. Und seit dieser Saison holt sich die Manufaktur die Milch direkt auf einem Bauernhof ab.

800 Liter Milch braucht Bernd Ostermann täglich für sein Eis. Die stammen nun vom Hof von Thomas Bittner - von 80 Holstein-Frisier-Kühen. Bittner betreibt in zweiter Generation eine Milchviehhaltung in Waltrop an der Stadtgrenze zu Dortmund.

Zusammenarbeit mit Bauernhof ist ein Glücksfall

Für beide ist die Zusammenarbeit ein Glücksfall: Ostermann suchte einen Direktvermarkter, weil er genau wissen wollte, woher die Milch für sein Eis kommt. Bittner konnte sich durch den Milchpreis, den ihm die Molkerei zahlen wollte, nicht mehr finanzieren - und suchte nach einem neuen Vertriebsweg. Das passte zusammen.

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70 Cent zahlt die Kuhbar für den Liter Milch an Thomas Bittner. Das ist mehr, als der Kunde aktuell im Supermarkt zahlt. Allerdings muss der Bauer 30 Prozent seiner Einnahmen zurück in Maßnahmen für das Tierwohl investieren. „Darauf habe ich bestanden“, so Ostermann.

Angepeilt sei ein Melkroboter, bei dem die Kühe selber entscheiden können, wann sie gemolken werden. Bislang gibt es auf dem Hof eine Art Melkstraße, in der jeweils acht Kühe gleichzeitig bedient werden – zu festgelegten Zeiten.

Ein Kompetenzzentrum für die Speiseeisherstellung

Und weil das Geschäft nach nun zehn Jahren so brummt, will die Kuhbar erweitern. „Wir haben schon Gespräche mit der Stadt geführt,“ erklärt Ostermann. Denn schon beim Bau der Manufaktur hatte er die Erweiterung im Blick. Im Prinzip sei ausreichend Platz, eine zweite Produktionsstätte zu bauen.

Das Thema Umweltschutz spielt bei der Produktion eine große Rolle. Auf dem Dach der Manufaktur sind Solarkollektoren angebracht. Die produzieren den Strom, der für die Eismaschinen gebraucht wird. „Wenn die Sonne scheint, wird viel Eis gegessen, und wir verbrauchen viel Strom“, erklärt er. Die Manufaktur ist da überwiegend Selbstversorger.

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Auch ein geschlossener Wasserkreislauf sorgt für geringen Energieverbrauch. Und mit dem Vertrag mit einem Bauernhof hat er eine weitere Lücke geschlossen. Denn nun kann er mitbestimmen, wie umweltfreundlich seine Milch produziert wird.

Bei der Erweiterung ist übrigens nicht nur die Kuhbar selber mit an Bord, sondern auch ein Zulieferer für die Eisherstellung, der nach Schwerte ziehen möchte. „Das wird hier noch ein Kompetenzzentrum in Sachen Speiseeis“, meint Ostermann grinsend.

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