141 BrandVital-Beschäftigte in Schwerte hoffen auf Erhalt ihrer Arbeitsplätze

rnWirtschaft in Schwerte

Der vorläufige Insolvenzverwalter des Sanitätshauses prüft noch immer die Bücher. Aber die Einkommen der Mitarbeiter sind durch Insolvenzgeld gesichert. Die noch fünf Läden sind geöffnet.

Schwerte

, 18.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Parkplatz an dem markanten Gebäudekomplex am Eingang zum Geisecker Gewerbegebiet In der Silberkuhle ist voll, voll wie immer. Teilweise in Zweierreihen waren die Pkw am Dienstagmittag neben den silbrig glitzernden Wandverkleidungen der BrandVital-Hauptverwaltung abgestellt. Hin und wieder war auch zu erkennen, wie Menschen durch die Eingangstür in das Gebäude gingen. Hinter den blaugerahmten Bürofenstern, geschmückt mit Palmen und anderen Grünpflanzen, leuchteten die Deckenlampen. Die Arbeit in dem Betrieb, der die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hat, schien ganz normal weiterzugehen.

Allein 132 Beschäftigte arbeiten in Geisecke

Auch die fünf Sanitätshäuser von BrandVital, die noch bestehen, sind geöffnet. Das teilte Holger Voskuhl, der projektbezogene Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Horst Piepenburg (Düsseldorf), am Dienstag mit. Die Läden befinden sich neben dem Schwerter Standort an der Bahnhofstraße mit seinen derzeit neun Mitarbeitern noch in Unna, Lünen, Hemer und Kreuztal. Außerdem gebe es noch mehrere Logistikstandorte, die unter anderem für das Online-Geschäft zuständig sind, von denen aber auch Rollstühle ausgeliefert werden.

Allein 132 Beschäftigte arbeiten am Stammsitz von BrandVital in Schwerte-Geisecke, wie Voskuhl berichtete. Dort ist an das doppelflügelige Verwaltungsgebäude, verbunden durch einen verglasten Übergang, die BrandVital-Akademie untergebracht. Beispielsweise erhalten Auszubildende dort Schulungen. Auch stehen allerlei Arten von Hilfsmitteln bereit, die Kunden ausprobieren könnnen.

141 BrandVital-Beschäftigte in Schwerte hoffen auf Erhalt ihrer Arbeitsplätze

Das Lager von BrandVital befindet sich ein Stückchen weiter In der Silberkuhle 6/Ecke Kurzer Morgen. © Reinhard Schmitz

Knapp 200 Meter von „SK1“ (Silberkuhle 1), wie Mitarbeiter den Verwaltungskomplex in ihrem Jargon kurz nennen, gibt es in Geisecke noch ein großes Lager auf der Ecke zur Straße Kurzer Morgen. Um die Doppelhalle, ebenfalls im silbrigen Außendesign, stehen rund ein Dutzend der im Stadtbild allgegenwärtigen BrandVital-Lieferwagen. Durch die Fenster fällt der Blick auf gefüllte Regale.

Mitarbeiter erhalten drei Monate lang Insolvenzgeld

Für alle Mitarbeiter sei das Einkommen durch das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert, sagt Holger Voskuhl. Vonseiten von Beschäftigten wird die Stimmung als zuversichtlich beschrieben. „Wir schaffen das“, macht man sich gegenseitig Mut. Unterdessen arbeitet sich der vorläufige Insolvenzverwalter in die Bücher ein. Warum das Unternehmen in Schieflage geraten ist, konnte Voskuhl immer noch nicht sagen. Dazu brauche man noch ein bisschen Zeit. Man müsse sich darum kümmern, dass es gelinge, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Dazu würden Gespräche geführt. Anwalt Piepenburg, Spezialist für Sanierungen, werde auch öfter vor Ort sein.

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