35-Jähriger tagelang in Ergste gequält – Was bekannt ist und was nicht

rnGeiselnahme und Misshandlung

Von Arbeitskollegen gefesselt, misshandelt, erpresst – das soll einem 34-Jährigen in Schwerte-Ergste passiert sein. Die Staatsanwaltschaft sagt nicht viel dazu. Einiges ist aber bekannt.

Ergste

, 26.07.2020, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist hier passiert zwischen Samstag und Dienstag, 18. bis 21 Juli, in diesem Bungalow in Schwerte-Ergste? Das versuchen Polizei und Staatswaltschaft herauszubekommen, seitdem am Dienstagnachmittag ein 35-jähriger Mann befreit wurde und drei weitere Männer vor Ort festgenommen wurden.

Was bisher bekannt ist und was darüber hinaus vermutet wird:

? Wer ist der Mann, der befreit wurde?

Ein 35-jähriger Leiharbeiter aus Polen. Laut Informationen unserer Redaktion gehört er ebenso wie die Männer, denen die Taten vorgeworfen werden, zu Subunternehmen, die auf Baustellen im Raum Dortmund eingesetzt werden.

? Was ist dem Mann wohl passiert?

Über Tage sollen die drei ebenfalls polnischen Männer (22, 26 und 29) den 34-Jährigen gequält haben, sollen ihn ans Bett gefesselt, ihn geknebelt, Zigaretten an ihm ausgedrückt haben. Vermuteter Zeitraum: 18. bis 21. Juli, also Freitag bis Dienstag. Alle Beteiligten sollen in diesem Bungalow untergebracht worden sein.

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? Was lässt sich über den Tatort sagen?

Auf den ersten Blick sieht der Bungalow an der Straße Am Derkmannstück unauffällig aus. Nach Informationen unserer Redaktion ist der Ort der Polizei allerdings seit längerem bekannt. Immer wieder sollen dort Leiharbeiter aus anderen Ländern untergebracht sein, heißt es. Auch von Drogendelikten und Verdachtsfällen ist die Rede. Die Ermittlungen würden sich allerdings oftmals schwierig gestalten.

? Was wirft die Staatsanwaltschaft den drei Männern vor?

Im Wesentlichen sind das erpresserischer Menschenraub, schwere Misshandlung und Geiselnahme. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli (Hagen) am Sonntag auf Anfrage. Mehr möchte er allerdings mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht sagen.

? Wie wurde die Polizei auf den Fall aufmerksam?

Laut Medienberichten kam der Tipp aus Polen, von dortigen Ermittlern. Auch dazu sagt die Staatsanwaltschaft Hagen aber bislang nichts, ebenfalls mit Hinweis auf die Ermittlungen, die man in Ruhe führen wolle.

? Wo sind die drei Verdächtigen jetzt?

In Untersuchungshaft. Gegen zwei der drei Männer wurde offenbar noch am Dienstag Haftbefehl erlassen, gegen den dritten am Mittwoch.

? Gibt es weitere Verdächtige?

Zwei weitere Männer stehen ebenfalls im Fokus der Ermittler. Sie sitzen allerdings derzeit nicht in U-Haft.
? Was war das Motiv der Männer?

Auch das ist noch unklar. Allerdings sollen die Männer Geld und Bankkarte des 34-Jährigen an sich genommen haben.

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