35 Jahre hinterm Tresen: Wirtin Schneider erzählt

Haus Schneider schließt

Im Haus Schneider gehen Ende Oktober die Lichter aus. Wirtin Ute Schneider denkt voll Wehmut daran, dass sie aufhören muss. 35 Jahre stand sie hinterm Tresen und hat so einiges in ihrer Kneipe erlebt. Uns hat sie ihre besten Geschichten erzählt - von prominenten Gästen, ersten Bieren und verbrannten Hinterteilen.

ERGSTE

, 28.09.2016, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
35 Jahre hinterm Tresen: Wirtin Schneider erzählt

Ute Schneider verabschiedet sich von ihren Gästen.

In der Traditionskneipe Haus Schneider gehen Ende Oktober die Lichter aus. Einfach abschließen will Wirtin Ute Schneider aber nicht. Dafür sei ihr das Dorf Ergste und ihre Bewohner zu sehr ans Herz gewachsen. Mit Wehmut denkt sie daran, dass sie aufhören muss. 35 Jahre stand sie hinterm Tresen und hat so einiges in ihrer Kneipe erlebt.

Von dem Büro in die Kneipe ging der Weg von Ute Schneider im Jahr 1981. Sechs Jahre früher hatten ihre Schwiegereltern die Kneipe aufgegeben, seitdem versuchten sich zwei Pächter an der Traditionsgaststätte – ohne Erfolg. „Sollen wir das nicht selber machen“, sagte dann Ute Schneider zu ihrem Mann Jürgen. Der Entschluss kam von ihr, das ist ihr wichtig, ihr Mann habe sie nie zu dieser Entscheidung gedrängt.

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Haus Schneider schließt nach 35 Jahren

In der Traditionskneipe Haus Schneider gehen Ende Oktober die Lichter aus. Einfach abschließen will Wirtin Ute Schneider aber nicht. Dafür sei ihr das Dorf Ergste und ihre Bewohner zu sehr ans Herz gewachsen. Mit Wehmut denkt sie daran, dass sie aufhören muss. 35 Jahre stand sie hinterm Tresen und hat so einiges in ihrer Kneipe erlebt.
28.09.2016
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Die Gaststätte Haus Schneider schließt Ende Oktober.© Foto: Bodo Brauer
Ute und Jürgen Schneider auf einer undatierten Aufnahme in ihrer Gaststätte.© Repro
Viele Feiergäste kamen ins Haus Schneider, um dem Bacchus die letzte Ehre zu erweisen.© Foto: Reinhard Schmitz
Alte Ansicht der Gaststätte Haus Schneider.© Repro
Das Schwerter Kneipenkulturfestival im Haus Schneider mit der OTC Band.© Foto: Bernd Paulitschke
Kneipenkultur im Haus Schneider
Die Gaststätte Haus Schneider schließt Ende Oktober.© Foto: Bodo Brauer
Der MGV Sängerbund 1864 Ergste löst sich auf - sozusagen gemeinsam mit Haus Schneider.© Foto: Bernd Paulitschke
MGV Sängerbund Ergste 1864 gab sein letztes Konzert im Haus Schneider.© Foto: Bernd Paulitschke
Ute Schneider verabschiedet sich von ihren Gästen.© Foto: Manuela Schwerte
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Tabletts statt Akten

Vorher arbeitete sie in der Stadtverwaltung, nun musste sie anstatt mit Akten mit Tabletts jonglieren. „Am Anfang war das gar nicht so einfach“, sagt sie. Eigentlich plante das Ehepaar nur für wenige Jahre den Ausflug in das Abenteuer Gaststätte. Dass sie doch so lange dabei blieben, führt die Wirtin auf die vielen sympathischen Ergster Gäste zurück. „Die haben mir über die Jahre immer die Treue gehalten“, erzählt Ute Schneider. Seit dem Tod ihres Mannes vor drei Jahren führt sie die Gaststätte zudem alleine.

Nie bei den Eltern verpfiffen

Teilweise zog sich die Verbindung zu der Kneipe über mehrere Generationen. Ein Paar habe zum Beispiel die Hochzeitsfeier in Haus Schneider abgehalten und eine gewisse Zeit danach die Tauf- und die Kommunionsfeier ihres Kindes, worauf dann später das Kind seine Hochzeit auch in der Gaststätte feierte.

Jugendliche, die das erste Bier mit 16 in der Kneipe getrunken haben, kamen gerne auch im Erwachsenenalter in die Gaststätte zurück. Vielleicht deswegen, weil die Wirtin nie jemanden bei den Eltern verpfiffen habe. „Ich habe immer gesagt: Ich kann mich nicht erinnern“, erzählt sie.

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In den Glühweintopf gefallen

Nicht nur die Dorfbevölkerung, sondern auch ein paar überregional bekannte Gäste ließen es sich im Haus Schneider gutgehen. Unter ihnen waren, so Ute Schneider, zum Beispiel Kommissar-Stubbe-Schauspieler Wolfgang Stumpf und einige BVB-Spieler. Auch die Redakteure vom Ü-Wagen („Hallo Ü-Wagen“) des Radiosenders WDR, die in den 80er-Jahren über die Region berichteten, hätten regelmäßig Rast im Haus Schneider gemacht.

Einmal sei sogar ein Gast bei Bacchus' Beerdigung in den großen Glühweintopf gefallen. „Das war Jahre später noch Gesprächsstoff“, sagt Ute Schneider. Der Gast habe sich zwar den Hintern verbrannt, verletzt habe er sich aber nicht.

Vor dem Zapfenstreich
Zum Abschluss plant Wirtin Ute Schneider noch ein paar Veranstaltungen:
Milestones am Samstag, 22. Oktober, um 19 Uhr.
Die Schwerter Operettenbühne am Freitag, 28. Oktober unter anderem mit Gunther Gerke.
Der letzte Frühschoppen mit Epochal am Sonntag, 30. Oktober, um 11 Uhr.
Abschlussparty mit DJ Arne am Montag, 31. Oktober.
Alle Termine im Haus Schneider, Mühlendamm 17. Der Eintritt ist jeweils frei, Mindestverzehr 6 Euro.

 

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