5,7 Millionen Euro: Schwerte hat Sanierungsstau

Marode Grundschulen

Die Liste ist imposant: Auf insgesamt 5,7 Millionen Euro beziffert die Stadt Schwerte den Sanierungsstau an ihren Gebäuden. Die vorliegende Liste reicht von maroden Dächern auf Trauerhallen über Schulheizungen bis zu Leitungsanschlüssen für die Gebäude der Feuerwehr. Warum sie nicht abgearbeitet wird, hat mehrere Gründe.

SCHWERTE

, 19.12.2016, 13:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf knapp 220.000 Euro beziffert die Liste den Sanierungsstau an der Lenningskampschule. Dabei ist nicht nur der Altbau, sondern auch der erst 2001 fertiggestellte Neubau betroffen.

Auf knapp 220.000 Euro beziffert die Liste den Sanierungsstau an der Lenningskampschule. Dabei ist nicht nur der Altbau, sondern auch der erst 2001 fertiggestellte Neubau betroffen.

Manche der Objekte stehen schon so lange auf der Liste, dass sie mittlerweile eigentlich reif für den Abriss sind – wie die Trauerhalle in Wandhofen. Den größten Sanierungsstau weisen aber die Grundschulen auf. Alle sieben Schulen der Stadt tauchen auf der Liste auf: Böden, Decken, Fassaden, Dächer, Sanitäranlagen oder elektrische Leitungen. Die notwendigen Maßnahmen umfassen nahezu alle Gewerke.

„Diese Liste ist seit 2014 nahezu unverändert“, erklärt Werner Rosener. Als sachkundiger Bürger vertritt er die WfS im Schulausschuss. Dort nutzte er sein Fragerecht, um sich über den Sanierungsstau zu informieren. „Ich frage mich, warum man die Aufträge nicht nach außen vergeben kann, wenn man das selber nicht schafft, schließlich sind Rückstellungen dafür gebildet worden.“

Geld ist nicht wirklich vorhanden

So einfach sei das nicht, erklärte Kämmerin Bettina Brennenstuhl am vergangenen Donnerstag. Denn die Rückstellungen, die für die Sanierungen gebildet wurden, stehen zwar in den Büchern. Es handelt sich aber um kein Sparbuch. Das Geld ist nicht wirklich vorhanden. Wenn die Stadt tatsächlich die Reparaturaufträge vergibt, muss sie Kredite aufnehmen. Die belasten den Haushalt mehr als die Rückstellungen. Denn zum einen muss man für einen Kredit Zinsen zahlen, zum anderen könnten die Baumängel mittlerweile größer sein, sodass die Rückstellungen nicht mehr ausreichen.

Die Liste an sich gibt es bereits seit dem Jahre 2003, erklärt Ulrike Schulte, Leiterin des zuständigen Fachbereichs der Stadt. Damals wurde die Finanzbuchhaltung der Kommune umgestellt. Für die Eröffnungsbilanz bewertete eine externe Firma die städtischen Immobilien und listete alle wertmindernden Mängel auf. Seitdem weiß die Stadt, was zu tun ist. „Allerdings haben wir nur eine Handvoll Bauingenieure, und die sind auch für Neubauten und Großprojekte zuständig“, so Schulte. Und auch, wenn man externe Firmen mit den Arbeiten betraue, bleibe die Stadt Bauherr. Das sei auch zeitintensiv.

„Wir bemühen uns, den Sanierungsstau abzubauen“

„Wir bemühen uns derzeit, wenn Großprojekte wie die Sanierung an Gesamtschule oder Bährens-Gymnasium anstehen, den Sanierungsstau dort mit abzuarbeiten“, erklärt sie. Letztlich arbeite man aber ständig nur gegen den Verfall an.

Eine Ursache, wie es soweit kommen konnte, ist das alte Finanzsystem. Damals wurden Gebäudeschäden erst dann aufgeführt, wenn man sie reparieren konnte und wollte. Dass Gebäude einer Wertminderung unterliegen, wenn man nichts an ihnen macht, ließ das alte Haushaltssystem außer Betracht.

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