60 neue Häuser für Geisecke - das spricht für, das gegen das Baugebiet Westfelde

rnBürgerbeteiligung

60 neue Häuser für Geisecke: Das findet nicht jeder Nachbar gut. Bei der Bürgerbeteiligung der Stadt mahnten Geisecker die Verkehrssituation und andere Probleme rund um die Dorfstraße an.

Geisecke

, 20.11.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

60 Wohneinheiten in Doppel- und Reihenhäusern will die Baufirma Beta an der Dorfstraße in Geisecke bauen. Das stößt nicht bei allen Nachbarn auf Begeisterung. Denn die neue Siedlung bringt nicht nur mehr Verkehr und ein längere Bauphase mit sich.

Die Neubauten schließen auch an den vorhandenen Baubestand an und machen aus einer ganzen Reihe von Grundstücken mit Blick ins Grüne, Immobilien innerhalb einer Siedlung.

Nachbarn aus Geisecke ins Rathaus eingeladen

Für Montagabend hatte die Stadt zu einer Bürgerbeteiligung ins Rathaus eingeladen. Rund 30 Interessenten waren gekommen. Dabei sind die Baupläne bislang noch im Frühstadium. Gebaut werden sollen überwiegend Eigenheime. Nur einige Reihenhäuser sind als Sozialwohnungen vorgesehen. Dies gehört zu den Auflagen der Stadt.

Die kleine Siedlung erhält eine eigene Erschließungsstraße, die von der Geisecker Dorfstraße abbiegt. Insgesamt 150 Parkplätze sollen neu entstehen. Rund 120 davon auf den Grundstücken der neuen Häuser, der Rest am Straßenrand.

60 neue Häuser für Geisecke - das spricht für, das gegen das Baugebiet Westfelde

So sehen die Pläne für das neue Baugebiet Westfelde in Geisecke aus. © Planquadrat Dortmund

Dies gehörte zu den Punkten, die moniert wurden. Statt einer bisherigen Grünfläche grenze ihr Grundstück nun an Parkbuchten und Straße, erklärte eine Nachbarin. Das könne auch für die Bäume und eine unter Naturschutz stehende Hecke auf ihrem Grundstück nicht gut sein.

Sorge um den Zustand der Dorfstraße

Auch die Sorge um den Zustand der Dorfstraße trieb manche Nachbarn um. Wenn die zwei Jahre lang von dem Baustellenverkehr genutzt würde, müsse man Schäden befürchten. Die gingen aber zulasten des Investors, betonte Stadtplaner Christian Vöcks.

Er betonte zudem, dass in Schwerte Wohnraum fehle. 180 Wohnungen müssten jährlich neu gebaut werden, hatten die Gutachter des Wohnraumbedarfsplans der Stadt mit auf den Weg gegeben. In den vergangenen Jahren habe man diese Zahl nicht annähernd erreicht.

Wenn an der Thüner Wiese die Vermarktung ähnlicher Häuser eher schleppend laufe, liege das an Besonderheiten dieses Baugebietes und den Preisen, die dort aufgerufen würden, so Investor Dirk Salewski von der Beta. Er sei sich sicher, dass es für die neuen Häuser in Geisecke einen Markt gebe.

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Mit der Bebauung soll auch eine 4,5 Meter hohe Schallschutzmauer entlang der Bahn gebaut werden. Die würde auch für eine Schallschutz der bestehenden Häuser sorgen, erklärte die Gutachterin. Im Auditorium wurde das angezweifelt.

Auf wenig Zustimmung bei Planern und Investor traf der Vorschlag eines Nachbarns, die Straße in das neue Baugebiet von Westen kurz hinter der Bahnunterführung bereits abbiegen zu lassen. Das würde dann aber zum einen die ökologische Ausgleichsfläche westlich des Baugebiets durchschneiden und zum anderen mögliche Baufläche kosten.

Fläche ist bereits als Bauland ausgewiesen

Die Stadt will nun alle Bedenken aufnehmen und darüber befinden. Den Bebauungsplan muss ohnehin der Stadtrat beschließen. Und dann bleibt den Nachbarn noch der Klageweg. Den drohten einige bereits bei der Versammlung an. Ob die Beschwerden, die von relativ wenigen direkt Betroffenen vorgetragen wurden, dem Meinungsbild der meisten Besucher entsprach, wurde nicht klar.

Über das Grundstück für das neue Baugebiet, das im Flächennutzungsplan der Stadt bereits als Bauland gekennzeichnet ist, hat Investor Salewski nach eigenem Bekunden einen Vorvertrag mit dem Besitzer geschlossen. Sollte sein Bebauungsplan genehmigt werden, müsse er den Grund kaufen.

Der Investor, die Beta Eigenheim, hat ihren Sitz in Bergkamen am Hafen. Sie betreibt größere Wohnbaubprojekte in Dortmund, Hamm, Holzwickede, Unna und Lünen. In Schwerte hat die Firma die Brache von Becker und Fleer in der Wilhelmstraße gekauft und will dort ebenfalls Wohnraum schaffen.

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