Elsebad

Abbaden im Elsebad: Trotz Flut und Corona „ein richtig gutes Jahr“

Ohne Wasser, dafür aber mit zwei großen Hüpfburgen und herrlichem Wetter, ist das Abbade-Fest am Elsebad in Schwerte-Ergste verlaufen. Thomas Wild vom Förderverein sagt: „Ich bin dankbar.“

Dass Thomas Wild nach einer Badesaison wie dieser, mit Corona-bedingten Einbußen und einer Überflutung durch das Regentief „Bernd“, überhaupt dankbar sein kann – das verwundert erst einmal.

Doch schon ein kurzer Besuch beim Abbade-Fest reichte am Sonntag (5.9.) aus, um zu verstehen, warum der Geschäftsführer des Fördervereins Bürgerbad Elsetal e.V. so etwas sagt. Denn alle hier – seien es die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder, die Besucher oder die Nordic-Walker – waren optimistisch und guter Dinge.

Weil man das Schwimmbecken seit der Überflutung nicht mehr nutzen kann, hatte das Team von „Ruhrpott-Events“ zwei gigantische Hüpfburgen aufgebaut – ein Piratenschiff und eine Palmeninsel.

Kinder verkauften gebastelten Schmuck für das Bad

Den Auftakt machte ein ökumenischer Gottesdienst. Schon hier betonte Wild: „Für uns ist das heute ein Dankgottesdienst.“ Denn die unfassbare Spendenbereitschaft der Schwerter habe das gesamte Team stark beeindruckt.

Diese Hilfe kommt schon von den ganz Kleinen: Anna und Moritz, Piet und Enie, hatten zu Hause Lesezeichen und Schmuck gebastelt – und diesen dann am Straßenrand verkauft. Den Erlös, 66 Euro, überreichte das Quartett beim Abbade-Fest an Thomas Wild. Er freute und bedankte sich bei den Kindern, und nahm den klimpernden Umschlag mit dem Geld entgegen.


Auch die Spendentassenaktion von Karin Weichmann hatte großen Erfolg. Sie hatte ein Bild des Elsebads gemalt, und Engin Izge von der Firma Emco Werbetechnik hatte das Bild zum Selbstkostenpreis auf Tassen gedruckt. „Ich habe gedacht, dass wir vielleicht zehn Tassen oder so verkaufen“, sagt Karin Weichmann.

730 Tassen sind inzwischen hergestellt und zum Großteil verkauft worden. „Das war der Renner“, sagt Brigitte Stirnberg vom Förderverein. Besucherin Melanie Lauth war mit ihrem kleinen Sohn Lasse da. „Wir möchten ein letztes Mal das Bad genießen“, erzählte sie – während sich der Kurze auf wackeligen Beinchen selbstständig machte und sich vor die Bühne stellte, auf der die Band SCHMIDT. auftrat.

„Wir haben eine Tasse gekauft und runden ein wenig beim Kiosk auf. Die Leute hier machen das alles ehrenamtlich, das muss man einfach unterstützen“, sagte Melanie Lauth. Der Kiosk verkaufte nämlich an diesem Tag Pommes, Currywurst und andere Snacks.

„Wir schaffen das gemeinsam“

Im Kiosk gönnten sich auch viele der Nordic Walker, die am Morgen beim 17. Nordic-Walking-Tag des Stadtsportverbandes gestartet waren, einen Imbiss. Eine von drei Strecken (6, 9 oder 11 Kilometer) waren die rund 90 Teilnehmer am Vormittag gelaufen, wie Breitensportbeauftragter Werner Kraft erzählte.

Nach dem Ziellauf standen zwar Äpfel und Wasserflaschen bereit. Doch weil im Kiosk Currywurst und Pommes Mayo so verlockend dufteten, belohnten sich manche der Sportler anschließend lieber mit der kalorienreichen Stärkung. Und einem kühlen Bierchen.

Thomas Wild dankt allen Schwertern für die Unterstützung. Das Geld sei zwar wichtig, aber „viel wichtiger sind die Gesten, die dahinter stecken. Das ist unfassbar toll“, sagt er.

Das Bundesverdienstkreuz, das er zuletzt verliehen bekommen hatte, gehöre dem gesamten Team. „Die Leute spenden uns so viel Geld. Das Vertrauen, das dahinter steckt, werden wir nicht enttäuschen“, sagte er. Die Aktionen seien für alle motivierend. „Deshalb kann ich sagen: Es ist zwar viel Scheiß passiert, aber wir haben auch viele schöne Dinge erfahren. In dem Sinne war es ein richtig gutes Jahr. Und ich stehe staunend und glücklich hier.“

Thomas Wild hofft, dass im nächsten Jahr – am Sonntag nach Ostern – wieder das traditionelle Anbade-Fest im Elsebad steigen kann. „Ich glaube fest daran, dass wir es gemeinsam schaffen. Und dass wir dann alle wieder zusammen schwimmen gehen können.“

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Redakteurin
Begegnungen mit interessanten Menschen und ganz nah dran sein an spannenden Geschichten: Das macht für mich Lokaljournalismus aus.
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Martina Niehaus