Friseur ist verärgert über Berufskollegen: „Eine Frechheit ist das“

rnÄrger unter Kollegen

Die Corona-Maßnahmen würden nicht bei allen Friseuren umgesetzt, so behauptete es ein Friseur. Ein anderer widerspricht jetzt immens und nennt seinen Berufskollegen „unkollegial“.

Schwerte

, 15.09.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Frechheit ist das“, sagt Joscha Sekol vom Friseursalon Avantgarde Hair in Schwerte. Der Schwerter Friseur bezieht sich damit auf Aussagen seines Berufskollegen Tim Wagener, ebenfalls Friseur in Schwerte. Der habe im Gespräch mit der Redaktion einfach pauschal alle Friseure in Schwerte über einen Kamm geschoren – „grundlos“, findet Joscha Sekol.

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Das Coronavirus hat einigen Geschäften schon das Genick gebrochen. Erst die wochenlange Schließung, und dann kommen die Kunden nur peu à peu wieder zurück in die Läden. Auch Friseure haben unter den Corona-Maßnahmen gelitten.

Tim Wagener hatte behauptet, anderen Friseurbetriebe in Schwerte würden sich nicht an die geltenden Hygiene-Maßnahmen halten.

„Beim letzten Mal als ich durch die Stadt gelaufen bin, sah ich direkt in drei Betrieben, dass Kunden und Friseure keinen Schutz trugen“, sagte Tim Wagener Ende August gegenüber unserer Redaktion. Auch verstehe er die Kunden der angesprochenen Friseure nicht, die sich nicht an die Corona-Regeln halten, es ginge schließlich um die Gesundheit aller.

Die Innung hatte das generell bestätigt, aber hinzugefügt, bei diesen Fällen habe es sich bisher immer um Nicht-Innungs-Betriebe gehandelt.

Keine Namen genannt – Sekol fühlt sich aber angegriffen

Joscha Sekol fühlt sich nun persönlich angegriffen, auch wenn Wagener keine Namen von Kollegen oder Läden nannte. Zu Unrecht angegriffen. Kunden von Avantgarde Hair seien auf ihn und sein Team zugekommen und hätten ihnen von den Vorwürfen erzählt, so Sekol. Friseurin Jackie Cremer (23) bestätigt das und sagt: „Selbst die Kunden haben gesagt, dass das eine Unverschämtheit ist.“

Sekol fragt sich, ob Tim Wagener nichts Besseres zu tun habe, als seine Kollegen „zu bespitzeln“? Die Situation sei wegen Corona ja wohl schlimm genug, da müsse man nicht noch gegen die Kollegen schießen.

„Alle Kollegen, die ich kenne, verhalten sich vorbildlich“

Selbst wenn er so etwas gesehen haben sollte, seien solche Aussagen in der Öffentlichkeit der falsche Weg. „Das ist einfach unkollegial“, findet Sekol. Er hätte sich gewünscht, dass er demjenigen dann auf die Finger tippt und ihn einfach darauf anspricht. So wirke es doch, als würden pauschal alle Friseure in Schwerte an den Pranger gestellt. In so einer schwierigen Zeit gelte es zusammenzuhalten.

Archivbild: Joscha Sekol hat den Salon Avantgard Hair am 25. Mai 1988 in Schwerte an der Rathausstraße eröffnet.

Archivbild: Joscha Sekol hat den Salon Avantgard Hair am 25. Mai 1988 in Schwerte an der Rathausstraße eröffnet. © Bernd Paulitschke

„Alle Kollegen, die ich kenne, verhalten sich vorbildlich“, so Sekol. Das höre man von allen Seiten und sei nicht nur sein Eindruck. „Dagegen wehre ich mich“, so der Friseur.

Friseur sieht in Verhalten eine Drohung

Besonders sauer aufgestoßen sei ihm, so Sekol, dass Wagener all das gegenüber Bürgermeister Dimitrios Axourgos erzählt habe. Daraufhin habe der Bürgermeister versichert, dass es bald stichprobenartige Kontrollen geben soll und nicht mehr nur dann das Ordnungsamt käme, wenn es eine Beschwerde gibt.

„Ich finde das ist eine Drohung“, sagt Joscha Sekol. Im Friseursalon Advantgarde Hair würde sowohl morgens als auch abends eine Putzkollonne kommen und alles säubern, „ich weiß das auch von anderen Kollegen“, so Sekol.

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Bisher sei das Ordnungsamt noch nicht im Salon Avantgarde Hair gewesen, „aber sie können ja direkt von gegenüber hineinschauen in unseren Salon“, unterstreicht Sekol. Außerdem gingen „die Zwei vom Ordnungsamt ja tagtäglich bei uns vorbei.“ Die würden ja sofort, wenn im Salon die Maßnahmen nicht eingehalten würden.

Vor der eigenen Tür kehren

Bei all der Mühe, die sich alle Betroffenen machen würden, ob Friseure oder auch Einzelhändler, sei ein solch unkollegialer Umgang völlig verkehrt. „Da müsste man doch eigentlich zusammenhalten und sagen, dass wir es zusammen schon schaffen werden“, so Sekol.

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