AfD-Spitzenkandidat: Reise in Tarnkleidung hatte archäologische Gründe

rnAuf Wehrmachts-Spuren

Wieso war der AfD-Spitzenkandidat aus Schwerte vor einigen Monaten in Tarnkleidung auf Spuren der Wehrmacht unterwegs? Er erklärt nun, das habe archäologische Gründe.

Schwerte

, 31.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ist es verwunderlich, wenn ein Politiker in Tarnkleidung unterwegs ist durch Norwegen, das bei Facebook in vielen Fotos öffentlich dokumentiert und versieht mit den Begriffen „Eismeerfront“ und „Unternehmen Weserübung“? Also mit Begriffen, die den Angriff der Nazis auf Dänemark und Norwegen sowie den folgenden Krieg gegen Russland hoch oben in Skandinavien bezeichnen?

Stefan Fiene, bei der Kommunalwahl 2020 Spitzenkandidat der AfD in Schwerte, sieht „keinen Grund, sich rechtfertigen zu müssen“, wie er bei Facebook erklärt. Fiene, der vor etwa einem Jahrzehnt sein Abitur am Friedrich-Bährens-Gymnasium machte, unterstreicht, er sei Archäologiestudent. Dementsprechend sei die „Suche nach militärhistorischer Technik“ nicht verwunderlich.

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In der Hand: ein Metalldetektor, keine Waffe

So erkläre sich auch das Gerät auf seinem Profilfoto bei Facebook. Fiene lehnt an einem Baum, auch hier in Tarnkleidung, auf dem Kopf eine Gebirgsjäger-Mütze, dazu Kopfhörer um den Hals und in der Hand einen Gegenstand.

Ein Metalldetektor, also eben harmlos, wie Fiene selbst und auch viele andere AfD-Mitglieder unterstreichen. In unserer ersten Berichterstattung hatten wir diesen Gegenstand am unteren Bildrand als Waffe interpretiert. Das lässt sich indes nicht belegen.

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In eigener Sache

Keine „Waffe mit Zielfernrohr“

In unserem ersten Text zum Thema hatten wir behauptet, auf dem Facebook-Profil halte Stefan Fiene eine „Waffe mit Zielfernrohr“ in der Hand. Tatsächlich aber handelt es bei dem Gegenstand, von dem nur Teile zu sehen sind, wohl um einen Metalldetektor.
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