Alessandro Mattiuzzi sagt der Eis-Herstellung für immer „Arrivederci“

rnSchwerter Eiscafé

Auch wenn sich das Eiscafé noch immer mit dem Namen seiner Familie schmückt und seine Eis-Kreationen viele Fans haben, Alessandro Mattiuzzi will mit Eis beruflich nichts mehr zu tun haben.

Schwerte

, 19.04.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es steht Mattiuzzi drauf, aber es ist kein Mattiuzzi drin.“ Für Alessandro Mattiuzzi ist nicht nur Schluss mit dem von seinem Vater gegründeten Eiscafé an der Ecke Bahnhofstraße/Beckestraße, der 40-jährige Eiskonditormeister will „im Leben kein Eis mehr machen.“ Weil viele Kunden sich immer wieder bei ihm erkundigten, wann es gegenüber vom Bahnhof endlich weitergeht, möchte er klarstellen, dass die Familie Mattiuzzi mit dem dortigen Betrieb nichts mehr zu tun hat. „Ob der neue Besitzer weiterhin sein Eiscafé mit unserem Familiennamen schmücken darf, wird ein Anwalt demnächst klären“, sagt Alessandro Mattiuzzi.

Schon seit 1954 gab es Mattiuzzi-Eis in Schwerte

Sein Onkel hatte 1954 an der Bahnhofstraße 15 das erste italienische Eiscafé der Stadt gegründet. Sein Vater Francesco kam 1959 aus Treviso für einen Ferienjob nach Schwerte und blieb hängen - an Schwerte und am Eis. 1967 eröffnete er sein erstes eigenes Eiscafé in der Ruhrstadt im Reichshof.

1969 kam die junge Loredana aus Venedig nach Schwerte - verliebte sich in Francesco und blieb ebenfalls. 1978 wurde Söhnchen Alessandro geboren, drei Jahre vor dem Umzug zur Beckestraße 1. Der wuchs förmlich in der Eisdiele auf, wurde zunächst Kommunikationswirt, verfiel danach doch dem Lockruf des Eises und machte eine Ausbildung zum Eiskonditormeister.

Finanzielle Turbulenzen setzten der Familie in den letzten Jahren zu: Auf die Zwangsversteigerung der Immobilie und das Dasein als Mieter folgte 2018 ein Insolvenzverfahren. Alessandro Mattiuzzi machte zunächst noch Eis für den Insolvenzverwalter und den neuen Betreiber, die ViAss Unternehmergesellschaft (UG) mit Geschäftsführer Vittorio Reale. Aber damit ist seit einigen Monaten endgültig Schluss, wie Alessandro Mattiuzzi erklärt: „Wir haben mit Reale nichts mehr zu tun.“

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Der 40-Jährige bleibt indes in Schwerte, zeigt hin und wieder Kollegen, wie man Eis macht und startet einen beruflichen Neuanfang ohne Speiseeis.

Auch seine Mutter Loredana habe inzwischen Abstand zum Geschäft, in dem „sie ihr Leben lang malocht“ habe. Sie genieße den Ruhestand und die beiden Enkelkinder.

Zurück nach Italien zieht es die Familie nur in den Ferien. Alessandro Matiuzzi: „Ich bin in Deutschland geboren und habe immer hier gelebt. Ich bin doch mehr Deutscher als Italiener. Und das soll so bleiben.“

Dank an die treuen Schwerter Kunden

Beiden ist sehr daran gelegen, sich bei ihren Schwerter Kunden für die langjährige Treue zu ihrem Familienbetrieb zu bedanken. Von denen stammt der Spruch: „Im Winter ist‘s kalt, im Sommer ist‘s heiß, und immer schmeckt Mattiuzzi-Eis.“ Den muss ein neuer Eismacher sich erst noch verdienen.

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