Alle Sportplätze in Schwerte sind dicht – nur der am FBG nicht

rnCorona-Auswirkungen

Alle Sportplätze und Hallen in Schwerte sind dicht. Wirklich alle? Nein, am Friedrich-Bährens-Gymnasium darf Sport getrieben werden. Die Vorbereitung aufs Sport-Abi ist dennoch kompliziert.

Schwerte

, 26.04.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Abi 2020 findet statt, trotz Corona. Das hat das Land NRW bestimmt. Ob man im Ministerium dabei aber auch an die Sport-Leistungskurse gedacht hat? Wer sich mit der Situation am Friedrich-Bährens-Gymnasium in Schwerte befasst, dem drängt sich der Eindruck auf: So richtig zu Ende gedacht war das nicht.

Für mehr als 20 Zwölfklässler stehen in wenigen Tagen die theoretischen und praktischen Prüfungen an.

Ein eigener Sportplatz und eine eigene Halle

„Wir sind ja in der glücklichen Situation, dass wir ein eigenen Sportplatz haben, der abschließbar ist“, sagt FBG-Schulleiter Heiko Klanke, „und auch eine eigene Halle.“

Auf das Schulgelände darf Klanke seine Schüler lassen, unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Bestimmungen natürlich, unter Wahrung der Hygiene und mit dem notwendigen Abstand zwischen Lehrern und Schülern.

Das gilt nicht nur für die Klassenräume, sondern auch für Sportplatz und Halle. Auch jetzt, wo Sport auf den anderen Sportstätten in Schwerte verboten ist, wo Vereine pausieren müssen.

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Trainingspläne verschickt, dennoch wird es kompliziert

Doch bei all den Fuß-, Hand-, Basket- und Volleyballern, auch bei den Läufern, Schwimmern, Tennisspielern ist es bei allen Ambitionen nur ein Hobby, am FBG geht es um den Schulabschluss.

„Über das E-Learning ist da einiges passiert“, unterstreicht Klanke. Trainingspläne könne ein Lehrer ja verschicken, dennoch sei die Vorbereitung unterschiedlich. Je nach Sportart eben.

Nach jedem Hochsprung wird die Matte desinfiziert

„Kugelstoßen zum Beispiel ist völlig unproblematisch“, sagt Klanke. Auch zwischen dem Läufer und dem Lehrer an der Stoppuhr sei ja genug Platz. Und beim Hochsprung müsse zwar nach jedem Sprung die Matte desinfiziert werden. Doch selbst das würde man hinbekommen, findet Klanke.

Was ist aber mit denjenigen, die ihre Prüfung zum Beispiel in Volleyball abgelegen wollten? Die ihren Sport schon seit Wochen nicht richtig trainieren können und bei denen ein Mindestabstand auf dem Feld nicht hinhaut?

Schwimmen ist ein „richtiges Problem“

„Ein richtiges Problem haben wir auch beim Schwimmen“, verdeutlicht Klanke: „Einige haben 800 Meter Schwimmen gewählt im Ausdauerbereich.“ Schwimmen ist eine enorm trainingsintensive Sportart. Und die Hallenbäder sind seit vielen Wochen dicht. Den Luxus eines eigenen Sportplatzes und einer Halle mag man am FBG haben. Das Stadtbad in wenigen hundert Meter Entfernung aber ist städtisch, das Becken also unerreichbar.

Mehr noch: Bei Ball- und anderen Mannschaftssportarten wäre ja zumindest denkbar, bei der Beurteilung von Kriterien ein Auge ein bisschen zuzudrücken. Beim Schwimmen zählt einzig: die Zeit.

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Ab Montag ausgenommen: Sport-Abiturienten und Berufssportler

Immerhin etwas bessert sich am Montag, 27. April, mit Inkrafttreten der neuen Coronaschutzverordnung NRW. Dort heißt es: „Das Training von Berufssportlern auf dem von ihrem Arbeitgeber bereitgestellten Trainingsgelände ist kein (verbotener) Sportbetrieb; dies gilt entsprechend für Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Vorbereitung auf oder der Durchführung von schulischen Prüfungen.“

In anderen Worten: Für Sport-Abiturienten gilt dieselbe Ausnahmeregelung wie für Fußball-Profis. Über alles Weitere würde in den nächsten Tagen beraten, auf hoher Ebene. Die Dezernenten im Ministerium hätten das auf der Tagesordnung, deutet Klanke an.

Bis Mitte der Woche habe man hoffentlich Klarheit, hofft der FBG-Chef.

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