Andreas Woelm reist als Katzenrichter um die Welt

SCHWERTE „Silky und shiny“, seidig und glänzend, sagt Friseur Andreas Woelm nicht nur zum Haar seiner Kunden. Gern nimmt er diese Worte auch als Katzenrichter in den Mund.

von Von Nicole Jankowski

, 25.07.2007, 16:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1995 züchtet der Schwerter Perserkatzen, Anfang des Jahres hat er sein Examen als Richter für Langhaarkatzen bei der Fédération Internationale Féline (FIFe), einer internationalen Dachorganisation von Zuchtverbänden, abgelegt. Nun stellt er nicht mehr nur seine eigenen Lieblinge aus – er beurteilt auf Austellungen auch die Tiere anderer Züchter. Der Tag beginnt morgens um 10 Uhr mit der Tierarztkontrolle. Jeder Richter hat einen Steward, der die Vorarbeiten organisiert, den Tisch desinfiziert und die Katzen aufruft. Woelm setzt die Tiere auf einen speziell angefertigten Tisch, den sein Schwager ihm gebaut hat: „Ich kann die Katzen im Stehen einfach besser beurteilen.“

Richter begutachtet Fell, Muster und viele andere Merkmale

Der Richter achtet zunächst auf Körperform und -bau, betrachtet Größe, Knochenstruktur, Kopfform, Schwanzlänge, Gebiss und die Größe der Nasenlöcher. Auch die rassespezifischen Merkmale spielen eine Rolle: Stimmt das Fellmuster mit den Anforderungen überein? Wie sehen Fell, Felllänge, -textur und Unterwolle aus? „Während der Beurteilung erkläre ich den Zuschauern genau, was ich gerade mache“, erzählt Woelm. „Ich sage, was mir gut gefällt und was nicht.“ Dabei nimmt er auch auf die Gefühle der Aussteller Rücksicht. „Ich behandele jede Katze gleich“, betont Woelm. Das Tier könne ja nichts dafür, wenn es nicht den Rassestandards entspräche.

Einsätze in Schweden, Holland und der Schweiz

 „Durch meinen Beruf bin ich es gewohnt, mit Menschen umzugehen“, ergänzt der Friseur. Er bleibe immer nett und freundlich – auch wenn es mal zu Streit mit den Tierbesitzern käme. Bisher war Woelm in der Schweiz, in Schweden, Holland und Deutschland im Einsatz. Die Anzahl der Richter richtet sich dabei nach der Anzahl der Katzen – Woelm urteilte gemeinsam mit zwei, aber auch mit 15 Kollegen.

Liebe zu Katzen war das Motiv

Die Liebe zu den Katzen ist Hauptgrund, warum sich der Friseur für die Ausbildung zum Katzenrichter entschied. Außerdem seien deutsche Richter zurzeit Mangelware. „Und wenn ich mal im Ruhestand bin, dann habe ich etwas zu tun“, fügt er hinzu. Die Tierliebe wurde Woelm in die Wiege gelegt, über seine Frau kam er zur Zucht der Perserkatzen. Außerdem wohnen in seinem Haus zwei Goldfische, Rassegeflügel, er züchtet Kanarienvögel und Meerschweinchen. „Oase der Ruhe“ nennt Woelm sein Zuhause – in dem er nach einem stressigen Arbeitstag entspannt.

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