Jutta Schweißhelm ärgert sich über den Dreck, den die Autos bei Regen an die Fassade spritzen. © Heiko Mühlbauer
Straßenschäden

Anwohner ärgern sich: Runde Ecke wird bei Regen zur Seenplatte

Immer wenn es regnet, bildet sich an der Runden Ecke eine riesige Pfütze. Das ärgert die Anlieger, denn die vorbeifahrenden Autos spritzen das dreckige Wasser nicht nur an ihre weiße Fassade.

Das Haus Karl-Gerharts-Straße 37 kennen die meisten Schwerter, deshalb, weil im Untergeschoss die Gaststätte „Runde Ecke“ war. 2013 wurde die Eckkneipe in eine Wohnung umgewandelt. Seitdem besteht das Wohnhaus aus insgesamt sieben Eigentumswohnungen.

Wasser drang schon in den Keller ein

Die Eigentümer haben ein gemeinsames Problem. Immer wenn es regnet, bildet sich in der Senke direkt vor ihrem Haus eine riesige Pfütze. So nachhaltig und tief, dass die Autos, die über die viel befahrene Kreuzung fahren, das Wasser in einem Schwall vor die Fassade des Hauses drücken. Die weiß gestrichene Hauswand hat an dieser Stelle schon deutlich gelitten und die Fensterbänke sind nahezu schwarz. Auch in den Hausflur und den Keller des Hauses ist das Wasser schon eingedrungen.

Bei längerem Regen bildet sich ein kleiner See an der Straßenkreuzung. © Schweißhelm © Schweißhelm

Jutta Schweißhelm kümmert sich als Hausverwalterin um die Immobilie. Seit bestimmt acht Jahren habe sich die Straße derart gesenkt, dass schon bei normalen Regenfällen das Wasser nicht mehr abläuft. Auf ihrem Tisch liegen Fotos von Autos, die beherzt durch die tiefe Pfütze fahren. „Manche machen sich regelrecht eine Spaß daraus“, erzählt sie. Ortsunkundige fahren dagegen oft ahnungslos ins Wasser, denn wer von der Hörder Straße rechts in die Karl-Gerharts-Straße einbiegt, sieht die tiefe Pfütze erst wenn die Reifen schon das Wasser Richtung Haus drücken.

Das Wasser spritzt auch in den Kellerschacht un dringt in den Keller ein. © Schweißhelm © Schweißhelm

Besonders schlimm sei es im Februar gewesen, als es mehrere Tage hintereinander geregnet hatte. „Da kamen wir gar nicht mehr trockenen Fußes aus dem Haus“, sagt sie. Damals wurden auch die Gullis gereinigt, doch Abhilfe hatte das nicht geschaffen. Vermutlich hat sich die Straße einfach zu weit gesenkt.

Das Problem: Mit ihrer Beschwerde wurde Jutta Schweißhelm von der Stadtverwaltung zur Stadtentwässerung geschickt, weil die für die Straßenunterhaltung zuständig sei. Dort gab es dann die Auskunft, dass die Karl-Gerharts-Straße als überörtliche Straße vom Landesbetrieb Straßen.NRW unterhalten wird. Und dort gab es dann nur eine wage Auskunft.

2014 wurde das Haus neu gestrichen

Und die Riesen-Pfütze blieb den Anwohnern erhalten. 2014 hatten sie das Haus extra neu streichen lassen. Doch lange hat die neue Pracht nicht gehalten. Denn spätestens beim nächsten regen spritze wieder das dreckige Straßenwasser auf die Fassade. Und das regelmäßige Reinigen mit einem Hochdruckreiniger setzt der Fassade zu. „Da blättert mittlerweile auch schon Farbe ab“, sagt Jutta Schweißhelm.

Bei längerem Regen bildet sich ein kleiner See an der Straßenkreuzung. © Schweißhelm © Schweißhelm

Und auch der Keller sei mittlerweile feucht. „Wir haben noch nie einen nassen Keller gehabt“, betont sie. Und Jutta Schweißhelm wohnt seit 1973 in dem Haus.

Nicht nur die Anwohner blieben ohne eine Antwort: Auch auf die Anfrage der Redaktion am vergangenen Freitag, ob man denn eine Ausbesserung der Straße dort plane und wenn ja wann, gab es vom Landesbetrieb bislang auch keine Antwort.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer