Stadtwerke Schwerte rissen Bürgersteig auf, pflasterten neu und reißen jetzt wieder auf

rnKreuzstraße in Schwerte

Vor einem Jahr riss die SEG die Bürgersteige der Kreuzstraße auf und verlegte Glasfaser. Jetzt werden sie erneut von der SEG aufgerissen, um Wasserleitungen zu verlegen. Wir fragten warum.

von Maximilian Stascheit

Schwerte

, 11.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir bauen auf und reißen nieder, so hat man Arbeit immer wieder.“ Dieses Sprichwort kommt Anwohner Karl-Heinz Stark als erstes in den Sinn, wenn er sich den Bürgersteig an der Kreuzstraße in Schwerte anschaut.

Erst vor wenigen Monaten wurde der Gehweg dort erneuert – jetzt hat sich wieder ein Bagger ans Werk gemacht, um die Pflasterung aufzureißen. Rot-weiße Zäune versperren den Weg, dahinter stapeln sich blaue Kunststoffrohre.

Karl-Heinz Stark wohnt direkt gegenüber der Baustelle, nutzt den dortigen Straßenrand sonst zum Parken. „So etwas habe ich schon häufiger beobachtet. Ich frage mich, ob man solche Wartungsarbeiten nicht direkt zusammen erledigen kann“, so der Anwohner.

Messgeräte meldeten erhöhten Wasserverbrauch in Holzen

Ein Dreieck-Aufsteller an der Baustelle weist auf Arbeiten an Gasleitungen hin.

Tatsächlich sind es neben den Gas- vor allem die Wasserleitungen, die den Grund für die aktuellen Verlegungsmaßnahmen darstellen, wie die Stadtwerke auf Anfrage unserer Redaktion mitteilen.

Anfang des Jahres habe man eine Überprüfung der Wasserrohre in diesem Bereich durchgeführt. „Unsere Messgeräte, die uns jeden Tag aktuelle Daten liefern, haben einen erhöhten Wasserverbrauch in Holzen gemessen. Das deutet darauf hin, dass dort Leitungen beschädigt sein könnten“, erklärt Martin John von den Stadtwerken.

Eine genauere Überprüfung habe ergeben, dass die Leitungen in dem 100 Meter langen Bereich an der Kreuzstraße an drei Stellen gerostet sind. „Deshalb haben wir uns auch dazu entschieden, komplett neue Rohre zu verlegen und die Schäden nicht zu reparieren, da dies verhältnismäßig teuer gewesen wäre“, so John.

Der Grund für die Schäden liegt Jahrzehnte zurück

Grundsätzlich hätten diese Rohre eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren. Warum die Leitungen an der Kreuzstraße nun schon nach rund 60 Jahren mehrfach beschädigt sind, erklärt Martin John folgendermaßen: „Ganz früher wurde dort für einen besonders harten Untergrund Hüttenschlacke eingebaut. Deshalb sind die Straßen bei uns in Schwerte auch verhältnismäßig fest. Das Material kann aber auch dazu führen, dass solche Rohre eben schneller kaputt gehen.“

Der Mitarbeiter der Stadtwerke hat durchaus Verständnis für die Verwunderung der Anlieger ob der erneuten Baumaßnahmen: „Das sieht natürlich erstmal blöd aus“, gibt John zu.

Im vergangenen Jahr sei der Bürgersteig jedoch aufgerissen worden, um Glasfaserkabel zu verlegen – die Schäden an den Wasserrohren waren zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Nun wolle man die Chance allerdings nutzen, gleichzeitig auch die Wasserhausanschlüsse zu überprüfen. In rund vier Wochen soll der Bürgersteig dann wieder gepflastert sein.

Lesen Sie jetzt