Anwohnerprotest erfolgreich: Stadt Schwerte nimmt großflächiges Parkverbot zurück

rnKleine Märkische Straße

Unangekündigt wurden am 24. Juli schraffierte Sperrflächen vor den Reihenhäusern aufgepinselt. Sie sollten Plätze für die Feuerwehr frei halten. Doch die braucht man plötzlich nicht mehr.

Schwerte

, 04.05.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Rolle rückwärts macht die Stadt in der Kleinen Märkischen Straße. Die Sperrflächen, die sie am 24. Juli in einer Hauruck-Aktion großflächig auf beide Seiten der ruhigen Wohnstraße pinseln ließ, sollen nach dem Protest der Anwohner doch bald wieder verschwinden können. Die überfallartige Maßnahme war später offiziell damit begründet worden, dass man eine Aufstellfläche für die Drehleiter der Feuerwehr brauche, falls es in dem benachbarten Fünfgeschosser an der Märkischen Straße zu einem Brand kommen sollte. Doch dessen Eigentümer sollen jetzt eine Aufstellfläche auf ihrem eigenen Grundstück anlegen.

Denn die Markierung auf der Fahrbahn war für den zugedachten Zweck offensichtlich nicht geeignet. Die schraffierte Fläche - so teilt Stadt-Pressesprecher Ingo Rous auf Anfrage mit - sei nicht optimal für das Anleitern, wie die Einsatzkräfte das Schaffen eines zweiten Rettungsweges mit ihrer Drehleiter nennen. Eine Überprüfung durch die Feuerwehr habe ergeben, dass „nur eine Aufstellfläche direkt auf dem Grundstück optimale Voraussetzungen für einen umfassenden Einsatz bietet“.

Frist für das Anlegen einer eigenen Aufstellfläche abgelaufen

Bei Gesprächen habe die Hauseigentümergemeinschaft signalisiert, dass sie die Notwendigkeit für das Anlegen einer Aufstellfläche auf dem eigenen Grundstück erkenne, so Rous weiter. Es sei ein Bauantrag gestellt worden, auf den hin die Stadt eine fristgebundene Baugenehmigung erteilt habe, um das Vorhaben innerhalb von drei Monaten zu erledigen. „Mittlerweile ist die Frist abgelaufen, passiert ist bislang nichts“, erklärt der Stadtsprecher: „Die Stadt prüft derzeit das weitere Vorgehen und wird sich innerhalb der nächsten 14 Tage dezidiert dazu äußern können.“ Solange bleibe der markierte Bereich auf der Kleinen Märkischen Straße noch weiterhin der Feuerwehr vorbehalten.

Nachbarn liefen Sturm gegen die Pinsel-Maßnahme

Die Anwohner der in den 1970er-Jahren errichteten ruhigen Reihenhaus-Zeile waren von der Pinsel-Maßnahme im vergangenen Sommer kalt erwischt worden. Keiner hatte sie angekündigt, geschweige denn begründet. Doch sie hatten sofort gewusst, dass das plötzliche Parkverbot nicht mit Verkehrsproblemen zusammenhängen konnte. Fremde Autofahrer verirren sich nicht in die Siedlung am Stadtrand. „Man will die Kleine Märkische Straße als Feuerwehrzugang zu dem in Richtung auf die Märkische Straße hin gelegenen mehrstöckigen Gebäudekomplex, aufgeteilt in Eigentumswohnungen, benutzen“, hatte Horst Sipreck damals von vornherein vermutet, als die Nachbarn gegen die Zickzack-Linien Sturm liefen. Der ihnen kurzfristig versprochene Lösungsvorschlag hat nun etwas länger gedauert. Dafür kommt jetzt die „Demarkierung“, wie es im Amtsdeutsch heißt, in Sicht.

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