Appell der Schwerter Naturschützer: Helft den Kröten über die Straße!

Krötenwanderung

Seit Kurzem ist nachts auf einigen Schwerter Straßen viel los: Die Kröten wandern zu ihren Laichgebieten. Die Amphibien sind dabei auf menschliche Hilfe angewiesen, sagen die Naturschützer.

Schwerte

, 24.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Appell der Schwerter Naturschützer: Helft den Kröten über die Straße!

Die Kröten sind in diesem Jahr spät dran mit ihrer Wanderung. © Foto: Reinhard Schmitz

Lange war es zu kalt, jetzt ist es zwar warm, aber auch eigentlich viel zu trocken - dennoch gibt es für die Kröten kein Halten mehr. „Die haben Druck, weil sie schon spät dran sind“, sagt Wolfgang Pitzer von der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz in Schwerte (Agon).

Deshalb hat die Stadt jetzt - wie auch in den Vorjahren - die Sperrung der Lichtendorfer Straße in Höhe des Gehrenbachstausees angeordnet. Ab sofort und mindestens für die Dauer eines Monats täglich in der Zeit zwischen 19 Uhr am Abend und 7 Uhr in der Früh gehört die Straße den Kröten. Das Öffnen und Schließen der Schranke übernimmt ehrenamtlich ein Team um Renate Neuhaus von der Agon.

Normalerweise sind es sechs Ehrenamtliche, auf die die Amphibienkoordinatorin der Agon setzen kann. In diesem Jahr aber wird der Einsatz von Renate Neuhaus fast alleine gestemmt: „Viele der Helfer sind jetzt im Urlaub, die Kröten sind einfach zu spät.“ Die Sperrung war schon Anfang des Monats vorgesehen, wurde aber wieder aufgehoben, weil es den Amphibien noch zu kalt für die alljährliche Wanderung war.

Hochbetrieb am Krötenzaun

Auch an der Letmather Straße in der Nähe von Hiddemann im Spieck herrscht am Krötenzaun seit Donnerstagnacht Hochbetrieb. Den Zaun hat die Agon aufgestellt, die Kröten laufen am Zaun entlang und fallen in aufgestellte Eimer. Ein ehrenamtliches Team sammelt ein bis zwei Mal am Tag die Tiere ein und trägt sie über die Straße zum Tümpel.

Mit diesen beiden Stellen sind die Ehrenamtlichen der Agon voll ausgelastet. Dabei gibt es noch viel mehr Straßen in Schwerte, die von Kröten und Molchen beim Marsch in ihr Geburtsgewässer überquert werden. So hat es Anwohner Michael Dau am Donnerstagabend auch am Bergerhofweg beobachtet.

Zahlreiche tote Tiere am Bergerhofweg

Auf einer Strecke von 200 Metern habe er 22 überfahrene Kröten, darunter fünf Pärchen und drei Molche gesehen. Die Tiere wandern vom Waldfriedhof kommend über die Straße. In einem Schreiben an Polizei und den Naturschutzbund bittet er um eine vorübergehende Temporeduzierung. „Es ist wirklich traurig anzusehen, wie hier jedes Jahr ein Blutbad entsteht“, so Michael Dau.

Appell der Schwerter Naturschützer: Helft den Kröten über die Straße!

Auch am Bergerhofweg werden Kröten bei ihrer Wanderung überfahren. © Foto: Manuela Schwerte

Für die Stadt ist eine Temporeduzierung aber keine Option. „Die Kröten werden so oder so bei 20 oder 30 Stundenkilometer überfahren“, sagt Stadtsprecher Ingo Rous. Und man könne ja auch nicht an allen Strecken, auf denen Kröten wandern, die Straße sperren. Ein Krötenzaun komme dort auch nicht in Frage, da es sich um Privatgrundstücke handelt, so Wolfgang Pitzer. S

tattdessen bitten Stadt und Agon um Eigeninitiative: Wem die Kröten am Herzen liegen, der möge sie über die Straße tragen - ob mit oder ohne Handschuh. „Jede Minute, die man da investiert, rettet Leben“, appelliert Wolfgang Pitzer. Die Agon freut sich außerdem über weitere ehrenamtliche Helfer in ihren Reihen.

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