Arbeitskampf geht zu Lasten der Kinder

Kita-Streiks

SCHWERTE Nach den Sommerferien kommt die sechsjährige Raika in die Schule. Doch ihren letzten Monat im Kindergarten kann sie gar nicht richtig genießen: Immer wieder fällt der Besuch aus. "Dieser Streik schadet vor allem unseren Kindern", ärgert sich daher Svea Peisert.

von Von Nicole Giese

, 30.05.2009, 10:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Svea Peisert mit ihren beiden Töchtern: Sie ärgert sich über den Streik.

Svea Peisert mit ihren beiden Töchtern: Sie ärgert sich über den Streik.

Nach dem sechsten Streiktag wächst der Unmut unter den Eltern: Beim Beschwerdetelefon der Stadt war der Arbeitskampf am Freitag Topthema. Zumal kein Ende in Sicht scheint. "So viele Tage zu streiken, das ist echt eine Unverschämtheit", macht eine Mutter aus dem Villigster Kindergarten "Windrad" ihrem Ärger Luft. Denn die Kindergartengebühren müssen trotz Streik weiter gezahlt werden. Deshalb helfen sich die Mütter gegenseitig: "Ich kriege natürlich von anderen mit, wie die sich krummlegen", sagt Svea Peisert, die selbst nicht berufstätig ist. Immer wieder hat sie in den vergangenen Tagen andere Kindergartenkinder zu sich nach Hause eingeladen, damit die Kleinen gemeinsam im Sandkasten spielen können. "Ich wüsste nicht, wie ich das stemmen soll, wenn ich arbeiten gehen würde", sagt auch ihre Bekannte.

Auf dem Schreibtisch einer befreundeten Mutter stapelt sich derweil die Arbeit. In ihrer Praxis bleibt alles liegen, seit die Selbständige tagsüber ihre kleine Tochter betreuen muss. Auch sie ärgert sich darüber, dass der Streik vor allem auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird. "Ihr ganzer Alltag wird durcheinander gebracht", betont die Mutter.

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