Arztpraxis in der Innenstadt von Schwerte musste wegen eines Corona-Falles schließen

rnCoronavirus in Schwerte

Die Patientin hatte keinerlei Symptome für eine Corona-Erkrankung gezeigt. Es sah aus wie eine normale Grippe. Erst Tage später kam eine Nachricht, dass sie positiv getestet sei.

Schwerte

, 26.03.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht hinter der Türscheibe schreckte Patienten auf. „Die Praxis bleibt wegen eines Corona-Falles vorerst vom 24. März bis zum 26. März 2020 geschlossen“, informierte ein Zettel am Eingang zur Praxis von Dr. Jörg Rimbach und Dr. Folke Rimbach an der Haselackstraße. Sofort machten Gerüchte in der Stadt die Runde, die sich zum Glück nicht bestätigten. Die Ärzte und ihre Mitarbeiterinnen sind gesund. Und noch besser: Die peniblen Hygienemaßnahmen, die in der Praxis gegen die Ausbreitung des Coronavirus eingehalten werden, haben ihre Wirksamkeit bewiesen.

Patientin hatte keine Symptome für eine Corona-Erkrankung

Der Patientin, die am Freitag zur Tür hereinkam, hatte man ihre Erkrankung nicht angesehen, wie Dr. Jörg Rimbach berichtet: „Sie kam mit einem leichten Infekt - ein bisschen Schnupfen, ein bisschen Husten.“ Von Fieber sei keine Spur gewesen. Alles nur normale grippale Symptome wie häufig in dieser Jahreszeit, in der zusätzlich die Heuschnupfen-Saison begonnen hat. Aber es habe keinerlei Symptome für eine Corona-Erkankung gegeben. Erst am Montagabend erhielt der Mediziner dann einen Anruf des Marienkrankenhauses, dass die Frau positiv auf das Virus getestet worden sei.

Dr. Jörg Rimbach kann die Praxis, der er gemeinsam mit seinem Bruder Dr. Folke Rimbach betreibt, am Freitag, 27. März, wieder öffnen.

Die Corona-Tests waren negativ: Dr. Jörg Rimbach kann die Praxis, der er gemeinsam mit seinem Bruder Dr. Folke Rimbach betreibt, am Freitag, 27. März, wieder öffnen. © Maximilian Stascheit (A)

Umgehend schlossen Dr. Jörg Rimbach und Dr. Folke Rimbach daraufhin am Dienstag vorsorglich ihre Hausärztliche Gemeinschaftspraxis und ließen vom ganzen Team Abstriche auf mögliche Coronaviren nehmen. „Gottseidank sind wir alle negativ“, sagte Dr. Jörg Rimbach am Mittwoch, nachdem er mit dem untersuchenden Labor gesprochen hatte: „Alle Mitarbeiterinnen und mein Bruder haben keine Symptome und können ihre Arbeit wieder aufnehmen.“ Die Praxis werde am Freitag, 27. März, wieder geöffnet.

Praxis setzt auf Kontaktvermeidung und strenge Hygiene

Den glücklichen Ausgang führt Dr. Jörg Rimbach nicht zuletzt auf die Schutzmaßnahmen in seiner Praxis zurück, die auf Hygiene und Kontaktvermeidung ausgerichtet sind. Nur einzeln werden Patienten zur Anmeldung eingelassen, wo die Mitarbeiterinnen mit Plexiglasscheiben abgeschirmt wurden. Für Patienten mit Corona-Verdacht gäbe es einen separaten Raum, der allerdings noch nicht benutzt werden musste.

Jetzt lesen

Im Sprechzimmer ist der Abstand zwischen dem Patientenstuhl und dem Schreibtisch des Arztes, der stets Mundschutz trägt, auf ein sicheres Maß vergrößert worden. Dr. Folke Rimbach, der den engsten Kontakt mit der späteren Corona-Patientin hatte, tat ein Übriges: Er hat ihre Lunge nur von hinten her abgehorcht. Und am Abend desinfiziert die Reinigungskraft die Praxis nach genauen Vorgaben. Dr. Jörg Rimbach ruft auf: Alle sollten Kontaktvermeidung und Hygiene beachten, um das Coronavirus zu stoppen.

Lesen Sie jetzt