Im vergangenen Jahr wurden das Silvester-Feuerwerk und der Verkauf entsprechender Waren verboten. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Auch 2021 kein Silvester-Feuerwerk: „Können die Ware zu 100 Prozent wieder zurückgeben“

2020 fiel das Silvester-Feuerwerk dem Corona-Lockdown zum Opfer. Die Frage, ob in diesem Jahr geknallt werden darf, bereitete dem Einzelhandel in Schwerte Kopfzerbrechen. Jetzt ist die Entscheidung gefallen.

Update, 2.12., 15.34 Uhr: Auch in diesem Jahr soll es wieder ein bundesweites Böllerverbot an Silvester und am Neujahrstag geben, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erfuhr. Darauf verständigten sich Bund und Länder bei der Videokonferenz der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin.

Der folgende Text beruht auf der ungewissen Situation vor einigen Tagen. Zum Zeitpunkt der Gespräche zwischen Redaktion und Händlern war das Böllerverbot noch nicht beschlossen.

Die Ursprungsversion: Die Bildung einer neuen Bunderegierung ist soweit fortgeschritten, dass in den kommenden Tagen neue Corona-Bestimmungen zu erwarten sind. Dann entscheidet sich, ob es einen erneuten Lockdown geben wird.

Nicht nur der mögliche Lockdown, sondern auch die jetzige Ungewissheit sind ein Problem. Zum Beispiel bei der Frage: Können in diesem Jahr private Feuerwerke an Silvester stattfinden?

Die Knallerei war bereits 2020 kurzfristig abgesagt worden, der dreitägige Verkauf von Böllern und Raketen vor Silvester fiel aus. Dem Handel entging eingeplanter Umsatz.

„Wir wissen gar nichts“

In diesem Jahr könnte es dem Handel ähnlich gehen. Eine kleine Umfrage unter Schwerter Supermärkten ergab eine einheitliche Meinung: „Wir wissen gar nichts.“ Alle befragten Supermärkte bestätigten jedoch auf Anfrage, dass sie Feuerwerk für ihre Kunden bestellt hätten.

Doch ob diese Waren in den Verkauf kommen, „das hängt nur vom Gesetzgeber ab“, sagt eine Mitarbeiterin im Kaufland. Alle halten die Luft an, ob vor Silvester noch ein Lockdown beschlossen wird.

Weniger Einnahmen

Natürlich entgingen den Geschäften dann erneut die Einnahmen, aber das Problem ist weniger gravierend, als man annehmen könnte. „Wenn die Knallerei ausfällt, können wir die Waren zu 100 Prozent wieder zurückgeben“, hieß es beispielsweise bei Rewe Filips.

Über Sinn oder Unsinn der Silvesterknallerei gehen dagegen die Meinungen auseinander. Auch die Nachfrage der Kunden und die Einstellung der Kaufleute scheint unterschiedlich zu sein. „Die Feuerwerksware wird von den Kunden definitiv nachgefragt“, berichtet ein Rewe-Mitarbeiter aus Ergste.

Rücksicht auf Tiere

Doch von Edeka kommen andere Einschätzungen: „Bereits jetzt wissen wir von einzelnen Kaufleuten aus unserer Region, dass sie sich gegen einen Verkauf entschieden haben. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Nachhaltigkeit und Umweltaspekte oder aber Rücksichtnahme auf Tiere gehören beispielsweise dazu“, berichtet eine Pressesprecherin.

Auch für den Schwerter Feuerwehr-Chef Wilhelm Müller ist es schwer, sich auf die Silvesternacht vorzubereiten. „Wir haben für die Nacht die spezielle Alarm- und Ausrückeordnung und wir bekommen vom Kreis einen zusätzlichen Rettungswagen und einen zusätzlichen Krankentransporter“, erklärt Wilhelm Müller.

Kein Einsatz im vergangenen Jahr

Eine Einschätzung, ob es diesmal wieder so ruhig wird, wie im vergangenen Jahr – „Wir hatten gar keinen Einsatz“ – macht der Feuerwehr-Chef von den kommenden politischen Entscheidungen abhängig.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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