Sechsspuriger Ausbau

Ausbau Westhofener Kreuz: Gegner fordern Stopp des Bauprojektes

Der Bund will das Westhofener Kreuz und die Autobahn 45 ausbauen. Doch dagegen formiert sich in Westhofen Widerstand – nicht nur wegen der Lärmbelastung.

Mit dem Neubau der Brücke im Westhofener Kreuz soll der Ausbau des Westhofener Kreuzes beginnen. Bereits jetzt bereitet man den Bau vor. Dafür wurden schon im Vorfeld rund 17.000 Quadratmeter Wald gerodet.

Die Brücke, so Autobahn Westfalen, müsse deshalb erneuert werden, weil das 60 Jahre alte Bauwerk zukünftigen Belastungen nicht mehr standhalte.

Dritte Fahrspur und ein „Überflieger“

In diesem Zuge soll dann das gesamte Westhofener Kreuz groß ausgebaut werden. Ähnlich wie beim Kamener Kreuz will man eine Überführungsrampe, einen sogenannten Überflieger, bauen und der A45 in Richtung Dortmund eine dritte Fahrspur gönnen.

Doch anders als bei der Erneuerung der Brücke ist dafür ein Planfeststellungsverfahren nötig. Erst an dessen Ende kann Baurecht geschaffen werden. Aktuell geht die Autobahn GmbH deshalb auf ihrer Internetseite von einem Baubeginn im Jahr 2025 aus. Ob das klappt, ist fraglich. Denn zumindest drei Einwendungen gegen die Pläne gingen bereits bei der Bezirksregierung ein.

Vorstellung der Pläne fand bereits vor zwei Jahren statt

Schon vor mehr als zwei Jahren hatte der damalige Landesbetrieb Straßen.NRW die Pläne im Freischütz vorgestellt. Ohne große Gegenrede der Nachbarn. Doch jetzt regt sich Widerstand gegen den Bau.

„Es ist allgemein bekannt und anerkannt, dass ein Straßenausbau zu einer Zunahme und keinesfalls zu einer Abnahme des Verkehrs führt. Als gesichert kann daher auch gelten, dass der Verkehr innerhalb des Schwerter Stadtgebietes, insbesondere unmittelbar angrenzend an die Wohn- und künftige Schulbebauung in Westhofen und Wandhofen, durch den Ausbau der A45 zunehmen wird“, schreibt Thomas Möller, Kreistagsabgeordneter der Grünen in einer Einwendung, die von 30 Westhofenern unterschrieben wurde.

Sie fordern, das Projekt komplett aufzugeben. Die Argumente gegen den Ausbau habe man gemeinsam mit den Nachbarn erarbeitet, so Thomas Möller, der Westhofener ist. Zusammengetragen wurden sie dann im Büro der Grünen.

So argumentieren die Gegner des Ausbaus

Und die Liste der Gegenargumente ist lang:

  • So würden bis zu 20 Hektar Fläche neu versiegelt.
  • Bereits jetzt seien Teile von Westhofen und Wandhofen vom Autobahnlärm stark betroffen. Der Ausbau würde den Pegel dort weiter nach oben treiben. Zumal der Überflieger ganz ohne Schallschutzwände auskommen soll.
  • Außerdem sei ungeklärt, ob in dem Gebiet Zauneidechsen vorkommen. Nicht nur die Art selbst ist streng geschützt. Da die Zauneidechse im Anhang der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union aufgelistet wird, ist es zudem verboten, ihre Lebensräume zu beschädigen oder zu zerstören. Das Gutachten der Autobahnplaner (aus dem Jahr 2016) hatte keine Zauneidechsen in dem Gebiet festgestellt. Ein Dokument des Bundesamtes für Naturschutz sehe das anders.
  • Vor allem geht es den Einwendern aber um die Grundhaltung in Sachen Verkehr: „Eine zukunftsgerechte Verkehrsplanung muss zwingend dafür sorgen, dass Teile des Güter- wie auch des Personenverkehrs von der Straße auf die Schiene verlagert werden“, heißt es in dem Schreiben. Während Bahnhöfe und Bahnstrecken stillgelegt würden, investiere man Milliarden in den Ausbau von Autobahnen und Brücken.

So argumentieren die Befürworter

Das sieht man bei der Autobahn GmbH (die von Straßen NRW den Autobahnausbau übernommen hat) anders. Hier argumentiert man vor allem mit der jetzt schon hohen Belastung der Strecke.

„Fast 190.000 Fahrzeuge passieren täglich das Autobahnkreuz. Mehr als 60.000 Fahrzeuge wechseln davon im Kreuz die Autobahn. Das hohe Verkehrsaufkommen hat häufig Staus und zäh fließenden Verkehr zur Folge. Mit dem Umbau des Kreuzes soll der Verkehrsfluss und damit die Leistungsfähigkeit des Kreuzes verbessert werden.“

Weitere Einwendungen aus Westhofen

In den Ausbau des insgesamt 9,26 Kilometer langen Autobahnstücks will der Bund 222,2 Millionen Euro investieren. Insgesamt befinden sich 17 Brücken und Brückenteilstücke in der Ausbautrasse.

Neben der Einwendung, die unter der Regie der Grünen entstand, gibt es noch zwei weitere Einwendungen von Wandhofenern und Westhofenern gegen die Baupläne.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer