Ausgeklügelte Baustelle wandert über die Autobahn

Hintergründe und Zeitraffer-Video

In ausgeklügelter Logistik läuft seit Mitte Juni die Fahrbahnsanierung auf der Autobahn A1 zwischen den Kreuzen Westhofen und Dortmund-Unna. Jeweils über Nacht wird abschnittsweise Fahrbahn für Fahrbahn der Asphalt erneuert. Diese "Wanderbaustelle" sieht beeindruckend auf. Im kurzen Zeitraffer-Video können Sie sie sich anschauen.

WESTHOFEN

, 22.07.2016, 13:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ausgeklügelte Baustelle wandert über die Autobahn

Mit ausgeklügelter Logistik wird die Fahrbahnsanierung auf der Autobahn A1 zwischen der Abfahrt Schwerte und der Raststätte Lichtendorf vorgenommen. Zwei Fräsen entfernen den alten Asphalt. Am Fahrbahnrand warten die LKW in Schlange, um ihn abzutransportieren.

Die Bauarbeiter sind vom Abend bis zum frühen Morgen beschäftigt. „Gegen 6 Uhr muss die Bahn wieder freigegeben werden“, erklärt Udo Mattigkeit, Projektleiter bei Straßen NRW in Hamm. Dafür muss der Belag auch schon gut ausgekühlt sein, damit der Verkehr nicht sofort wieder Spurrillen ins weiche Material eindrückt.

Weithin zu hören ist das Hupkonzert der Bauleute. Mit seiner Hupe gibt der Führer der Asphaltfräse dem Kollegen auf dem vorausfahrenden LKW das Kommando. „Tuut“ heißt: Ein Stück vorfahren. „Tuut-Tuut“ bedeutet: Wegfahren, denn der Auflieger ist voll. Dann rückt der nächste Transporter aus der Wartereihe am Fahrbahnrand nach. Die lautstarke Art der Kommunikation ist einfacher als die Nutzung von Funkgeräten. Denn die müssten alle aufeinander abgestimmt sein – schwierig, da für die Baustelle auf der Autobahn 1 Kolonnen von LKW von verschiedenen Fuhrunternehmen zusammengezogen werden.

"Opa" dämpft den Geräuschpegel

Aufgetragen wird wieder offenporiger Asphalt, von den Bauleuten kurz „Opa“ genannt. Durch eine Struktur wie bei einer Filtertüte lasse er das Wasser durchsickern, das erst über der darunterliegenden Schicht zur Seite abfließt. „Gegenüber Gussasphalt dämpft Opa die Geräuschpegel um die Hälfte“, berichtet Mattigkeit. Der Nachteil: Er verschleißt schneller. Auf der A1 mit täglich rund 100.000 Fahrzeugen war der Belag nach zehn Jahren soweit abgefahren, dass er bald nicht mehr griffig genug gewesen wäre. Auch die Lärmminderung ließ mit der Alterung nach.

Nachdem Spuren in Fahrtrichtung Köln erneuert sind, ist die Baustelle in dieser Woche umgezogen auf die Gegenrichtung nach Bremen. Dabei wird von Samstagabend, 23. Juli, ab 18 Uhr bis Sonntag, 24. Juli, um 10 Uhr die Auf- und Abfahrt an der Anschlussstelle Schwerte wieder gesperrt. Gleichzeitig wird in diesem Bereich der A1 in Richtung Bremen ab 18 Uhr der rechte, ab 22 Uhr auch der mittlere Fahrstreifen gesperrt.

„Wir schätzen, dass es Mitte August fertig ist“, sagt Mattigkeit. Bislang liege die Maßnahme, die rund drei Millionen Euro kostet, im gut Zeitplan. Stören könnte nur nächtlicher Regen, da dann offenporiger Asphalt nicht aufgetragen werden kann.

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