Ausschuss lehnt Logistikzentrum in Wandhofen ab

Einstimmige Entscheidung

Als der Planungsausschuss am Donnerstagabend seine Entscheidung zum geplanten Logistikzentrum verkündete, gab es Applaus von der vollen Zuschauertribüne: Die Politiker lehnten das Großprojekt einstimmig ab. Das Logistikzentrum sollte vor allem für die Firma Ültje tätig sein. Diese kann aber wohl woandershin ausweichen.

WANDHOFEN

, 14.08.2015, 12:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Logistikzentrum sollte in erster Linie für die Firma Ültje in der Binnerheide zuständig sein. Unsere Grafik zeigt die Wege, die die Laster genommen hätten.

Das Logistikzentrum sollte in erster Linie für die Firma Ültje in der Binnerheide zuständig sein. Unsere Grafik zeigt die Wege, die die Laster genommen hätten.

Auf einer rund 9,1 Hektar großen Fläche am nördlichen Rand von Wandhofen wollte ein Dienstleister aus Worms eine 14 Meter hohe Halle auf einer Grundfläche von rund 26.400 Quadratmetern bauen. Dort sollten 80 bis 120 Arbeitsplätze im kaufmännischen und gewerblichen Bereich entstehen, hieß es. 

Zur Verkehrsanbindung sollte eine 300 Meter lange betriebseigene Zufahrt in Verlängerung der Hermann-von-Wanthoff-Straße gezogen werden. Täglich wären etwa rund 20 bis 25 LKW-Touren vom Ültje-Werk auf der Binnerheide und rund 15 bis 20 LKW-Touren aus anderen Fabriken und von Zulieferern erwartet worden. 

Einstimmig hat der Planungsausschuss des Rates am Donnerstag aber diese Pläne einer Firma aus Worms verworfen.

Viele Wandhofer nahmen als Zuhörer teil 

Trotz tropischer Temperaturen waren zahlreiche Wandhofener gekommen. Die meisten von ihnen hatten bereits im Vorfeld signalisiert, dass sie mit diesen Plänen keinesfalls einverstanden seien. Vor allem das Verkehrsaufkommen, das mit dem Verteilzentrum einherginge, das hauptsächlich für Ültje tätig sein sollte, bereitete ihnen Sorgen. „Primär geht es uns um den Verkehr“, so Karl-Heinz Ehlerding.

Aber auch die Größe der Planungen bereitete vielen Nachbarn, wie zum Beispiel Helmut Sohlbach Sorgen. Die beiden Männer hatten sich 2009 in der Bürgerinitiative gegen das Stahlwerk engagiert, das an gleicher Stelle entstehen sollte. 

Politiker hatten sich im Vorfeld geeinigt

Doch anders als vor sechs Jahren hatte sich die Politik diesmal bereits im Vorfeld geeinigt. CDU, SPD und Grüne beantragten, statt einer großen Industrieansiedelung dort ein Gewerbegebiet für die kleinteilige Ansiedelung mittelständischer Unternehmen einzurichten. Neben dem Verkehr und den Proportionen führte SPD-Sprecher Heinz Haggeney, der den gemeinsamen Antrag einbrachte, den Flächenverbrauch der Logistikbranche ins Feld. Dort könnten in einem Gewerbegebiet erheblich mehr Arbeitsplätze entstehen.

Für Ültje bestehe kein Problem, ergänzte Ausschussvorsitzender Marco Kordt (CDU): Denn die Logistikfirma könne auf das Gelände der Westfalenhütte in Dortmund ausweichen. 

Die Grundstücke werden derzeit als Grün- und Ackerland genutzt. Zudem befinden sich entlang der Bahnstrecke ein leerstehendes Bahn-Wohnhaus und Grabeland. Neben rund 0,9 Hektar im Bahnbesitz befindet sich der größte Teil im Besitz von Hoesch Schwerter Profile. 

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