Autobahnbrücke Block Heide muss verstärkt werden

Auf der Schwerterheide

Eine Million Euro zur Verlängerung der Lebensdauer: Damit die marode Autobahnbrücke Block Heide auf der A1 bis zum geplanten Neubau in den kommenden Jahren durchhält, wird sie vom Landesbetrieb Straßen.NRW noch einmal aufwendig verstärkt.

SCHWERTERHEIDE

, 15.11.2016, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es werden Spannglieder eingezogen“, berichtet Markus Miglietti, Sprecher der Autobahn-Niederlassung Hamm. „Die muss man sich vorstellen so ähnlich wie Kabel, die acht bis zehn Zentimeter dick sind.“ Für diese Maßnahme würden Löcher in die Brücke gebohrt. Der Autofahrer auf der A1 soll von den Arbeiten nichts bemerken, da sie von unten vorgenommen werden.

Noch bis März 2017 werden die Baugerüste an den hohen Pfeilern stehen, auf denen das 200 Meter lange Bauwerk sowohl die viergleisige Fernbahnstrecke nach Hamm-Berlin als auch das Gehrenbachtal überspannt. Auf Metalltreppen klettern Arbeiter zu den Gerüst-Plattformen herauf, die an Stahlseilen unterhalb der Brücke aufgehängt sind.

Sie hängen auch über den Gleisen nahe dem seit Jahren stillgelegten alten Bahn-Stellwerk Block Heide, das dem Autobahn-Bauwerk seinen Namen gab. Mit massiven Stahlseilen wird die Überführung jetzt noch einmal verspannt, um die Tragfähigkeit zu erhöhen.

Vorplanung für Nachfolger hat begonnen

Von der Römerstraße aus ist zu beobachten, wie die große Brücke für ihre letzten Jahre fit gemacht wird. Bei der Niederlassung Hochstift von Straßen.NRW in Meschede, die ihre Kollegen aus dem Ruhrgebiet entlasten soll, hat die Vorplanung für einen Nachfolger schon längst begonnen. „Wir sind zurzeit in Gesprächen mit Grundstückseigentümern“, erklärt Sprecher Oscar Faneca Santos auf Nachfrage. Denn für den Neubau wird weiteres Land unterhalb der Überführung benötigt.

Bei landesweiten Nachberechnungen von Brücken war festgestellt worden, dass das Bauwerk am Block Heide den steigenden Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen ist. Als es in den 1960er-Jahren geplant und errichtet wurde, hatte niemand die rasante Zunahme des LKW-Verkehrs voraussehen können.

Von den rund 100.000 Fahrzeugen, die in diesem Abschnitt täglich über die A1 rollen, zählen rund 17.000 zum Schwerlastverkehr. Und Experten haben ausgerechnet, dass ein einziger LKW mit so viel Zerstörungskraft auf die Fahrbahn einwirkt wie rund 100.000 PKW.

Um die Brücke Block Heide wenigstens ein bisschen zu schonen, wurde bereits ein Überholverbot für LKW erlassen, damit sie nicht mehr nebeneinander fahren können.

Neubau der benachbarten Brücke im Frühjahr

Auch die benachbarte Brücke über der Sölder Straße ist am Ende ihrer Lebensdauer angekommen. Die Risse in den Widerlagern sind so groß, dass voraussichtlich schon im Frühjahr mit dem Abriss und Neubau begonnen werden soll.

Rund 6,15 Millionen Euro hat Straßen.NRW für den Ersatz der doch relativ kleinen Straßenüberführung kalkuliert. Bei Block Heide werden die Kosten erheblich höher sein. 

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