B236 in Ergste: CDU macht mobil für Kreisel-Neubau Ruhrtalstraße/Letmather Straße

rnBanner ist der Auftakt

Hinten stauen sich die Autos zurück quer durch Ergste, fast bis zur A45. Auf der Kreuzung selbst gibt es Tag für Tag brenzelige Situationen oder Unfälle. Der CDU reicht es jetzt.

Ergste

, 22.03.2019, 17:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und wieder ist es knapp. Ein Auto kommt aus Richtung Letmathe, hat die JVA in Ergste passiert, bremst ab, will nach links in die Ruhrtalstraße. In der Gegenrichtung ist aber ein Wagen sportlich unterwegs, hat den bebauten Teil an der B236 in Ergste hinter sich gelassen. Der Fahrer drückt bergauf aufs Gas, schaltet hoch, donnert über die Kreuzung.

50 km/h darf man hier fahren. Dass der Fahrer sich daran gehalten hat? Darf man bezweifeln - auch ohne Radarmessung.

Nichts passiert in dieser Szene. Weil der bergab fahrende Linksabbieger dann doch bremst, im letzten Moment.

Nur Statisten in dieser Szene: die vielen, vielen Autofahrer, die im Stau auf der Ruhrtalstraße stehen. Die allesamt hoffen, irgendwann mal an dieser Kreuzung vorne zu stehen, um unfallfrei links nach Ergste oder rechts nach Letmathe zu kommen.

Zwei lange Banner zeigen das neu ausgegebene Motto

„Sie sehen, das ist hier doch unzumutbar“, sagt Bernd Krause, seit kurzem Chef der CDU-Ortsunion Ergste/Villigst. Zusammen mit weiteren Parteivertretern hat er gerade meterlange Banner montiert. Seitdem steht dort auf einem landwirtschaftlichen Anhänger auf dem Feld neben der Kreuzung der Satz, der zentral werden soll für die Bemühungen in den kommenden Wochen, Monaten, vielleicht Jahren:

„Wir wollen den Kreisel sofort!“

Vor zwölf Monaten gab es schon eine konkrete Planung

Zwölf Monate ist es her, da standen die CDU-Vertreter schon einmal genau hier. Kurz nach der verlorenen Bürgermeisterwahl hatten sie noch einmal ihren Kandidaten Adrian Mork dabei, der für sie, die Grünen und die FDP ins Rennen gegangen war.

Mork, damals und heute amtierender Stadtplaner, hatte einen großen Plan dabei für einen Kreisverkehr an dieser Stelle. Nicht etwa einen eigenen Plan, sondern den offiziellen Entwurf des Landesbetriebs Straßen NRW.

Welche Flächen müssen dann dazugekauft werden von den umliegenden Landwirten? Wie viele Meter müssen wo weggenommen werden vom Grün? All das war schon genau aufgezeichnet und schraffiert.

So sah der Plan 2018 aus.

So sah der Plan 2018 aus. © Bernd Paulitschke

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Zudem hatte der NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst dem Bürgermeisterkandidaten Mork gerade erst signalisiert: Geld sei schon reserviert. Vielleicht klappe es ja bis Ende 2018 mit den ersten Ausschreibungen.

Jetzt - im März 2019 - ist nichts passiert.

Viele Ergster und Ortsunkundige zwängen sich durch das Nadelöhr

„Die Autos stauen sich jetzt schon zurück bis zur Autobahn“, sagt einer der CDU-Vertreter, der gerade aus der Richtung kam. Und wie schlimm das erst einmal werde, wenn die Brücke auf der A45 zwischen Ergste und Westhofener Kreuz ausgebessert werde und viele Navis den Ortskundigen und den Fremden den Weg durch Ergste empfehlen werden - man winkt ab, nicht vollstellbar.

Schon jetzt recken mehrere Autofahrer, die im Stau Zeit hatten, die Banner-Montage mitanzusehen, spontan den Daumen und hupen. Nein, die seien nicht extra dafür bestellt, erklären die CDU-Vertreter und schmunzeln. Das seien ganz normale Autofahrer, die im Berufsverkehr immer durch dieses Nadelöhr müssten.

Ampel statt Kreisel? CDU gegen diesen neuen Plan

Dann wird Bernd Krause wieder ernst: „Das ist ein Unfallschwerpunkt.“ 2018 beispielsweise wurde eine 42-Jährige dort schwer verletzt.

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Was die CDU nun konkret tun will? Krause hält es noch zurück. Bisher gibt es das Banner und eine Internet-Seite, die weiterleitet zur Aktionsseite bei Facebook. Doch man werde Druck machen - öffentlich durch Veranstaltungen, intern in der Politik, bei der Stadt und beim Land. „Das hier ist nur der Auftakt.“

Nicht hinnehmen wolle man vor allem den neuen Plan des beauftragten Bauträgers, der Deges. Der sehe eine Ampelkreuzung vor. Und das sei keine Lösung für den Ergster Stau - ganz im Gegenteil.

Deges

Das steckt hinter der Abkürzung

Hinter der Abkürzung Deges steckt der volle Firmenname „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH“. Die wurde 1990 gegründet, damit Straßenbauprojekte in den neuen Bundesländern schnell umgesetzt werden konnten. Heute ist sie auch in NRW für viele Projekte zuständig - in Schwerte beispielsweise auch für den Ausbau der B236 zwischen A1 und dem Freischütz.
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