Backcafé in der Sparkasse Villigst bleibt ein Traum - aber es gibt im Ort eine Imbissbude

rnNahversorgung in Schwerte

Das Letmather Backhaus hat einen Rückzieher gemacht. Es eröffnet keine Filiale in der früheren Sparkasse an der Villigster Straße. Frühstück gibt es aber jetzt in einer neuen Pommesbude.

Villigst

, 06.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Duft nach frischen Brötchen in der ehemaligen Sparkasse Villigst bleibt vorerst ein Traum. Aber mit knurrendem Magen brauchen die Villigster trotzdem nicht zur Arbeit zu fahren. Ein Frühstück serviert ihnen neuerdings von 5 bis 11 Uhr Peter´s Imbiss an der Bachstraße 22. Vom Lachsbrötchen bis zum Rühreierbrötchen, vom Schokocroissant bis zu Kaffee und Kakao.

„Alles was das Herz begehrt“, sagt Inhaber Peter Wasmuth, der seit dem 28. Februar immer bis 14 Uhr in seinem Verkaufswagen an der Ecke zur Roten-Haus-Straße steht. Dort verwöhnt er seine Kunden natürlich auch mit dem Pommesbuden-Angebot bis zu Schaschlik und selbstgemachten Frikadellen.

Als „Frikadellenkönig“ im Internet bekannt

Die drei Monteure in den grauen Overalls, der Sprachmelodie nach offensichtlich aus Osteuropa, bestellen drei Schälchen Pommes. „Noch eine Fanta“, bitten sie, bevor sie sich wieder in Richtung ihres Transporters aufmachen. „Guten Appetit“, schallt es den Männern hinterher, die gar nicht wissen, was sie versäumen, weil sie auf die Bouletten verzichtet haben. Denn es sind ganz besondere, die sich sogar schon die in Sachen Bratklops verwöhnten Berliner schmecken ließen. Vor vier Jahren war das, als Wasmuth als „Frikadellenkönig“ seine Ware über das Internet vertrieb: „Ich habe sie verschweißt und paketeweise verschickt.“

Nachdem er die Brötchen geschmiert hat, fängt der 61-Jährige jetzt jeden Morgen gegen 5.15 Uhr mit dem Boulettenbraten an. Er hat schon viel erlebt in seinem Berufsleben. „1980 bis 1982 habe ich meine erste Pommesbude in Iserlohn an der Baarstraße aufgemacht“, erzählt er. Zuletzt habe er drei Jahre lang den Imbiss am Campingplatz Hohensyburg betrieben. Dann sei der Vertrag ausgelaufen: „Ich wollte ihn nicht verlängern.“

Backcafé in der Sparkasse Villigst bleibt ein Traum - aber es gibt im Ort eine Imbissbude

Nachdem die Pläne für eine Fililale des Letmather Backhauses geplatzt sind, wird weiter nach einem Mieter für die Geschäftsräume in der früheren Sparkassen-Filiale an der Villigster Straße gesucht. Eigentümer Stephan Kollmann würde immrt novh eine Bäckerei bevorzugen. © Reinhard Schmitz

Standplatz an der Bachstraße

Im Internet stieß der Iserlohner dann auf ein Inserat, in dem der Standplatz an der Bachstraße angeboten wurde. „Es sollte auf jeden Fall was Essbares hierhin“, sagt er: „Ich denke mal, es hat was gefehlt.“ Neugierig blicken viele Vorbeikommende zu dem weißen Imbissanhänger herüber. Ob ihnen schon das Wasser im Munde zusammenläuft? „Die fahren erst 100 Mal vorbei, aber beim 101. Mal halten sie dann“, weiß Wasmuth. Er hofft, dass sich sein Standort schnell herumspricht. Denn: „Bis 70 wollte ich noch was tun - so wie die Gesundheit mitmacht.“

Konkurrenz für sein Angebot braucht Wasmuth wohl nicht so schnell zu fürchten. Die Pläne für den Back-Café in den Schalterräumen der früheren Villigster Sparkasse sind durch den plötzlichen Rückzug des potenziellen Betreibers erst einmal ins Stocken geraten. Ursprünglich hatte der Bäckermeister und Konditor Bernd Weske dort bereits bis Ende 2018 eine Filiale seines „Letmather Backhauses“ eröffnen wollen. Doch das sei - so berichtet er - aus Personalmangel gescheitert. Ein Bäcker habe aufgehört. Und auch zwei Stammverkäuferinnen seien plötzlich weg gewesen, weil ihre Ehemänner krank geworden seien: „Deswegen habe ich abgesagt.“ Denn eine neu eingestellte Kraft habe er nicht allein in die entfernte Filiale schicken wollen.

Hausbesitzer würde gern an ein Back-Café vermieten

„Im Moment stehen wir da auf dem Schlauch“, sagt der Hausbesitzer, der Hagener Versicherungsmakler Stephan Kollmann. Er würde aber immer noch gern eine Bäckerei in dem Gebäude sehen, in dem die Sparkasse einen kleineren Bereich für Geldautomat und Kontoauszugsdrucker gemietet hat: „Das gehört da eigentlich hin.“

Dabei verweist er auf das positive Beispiel in Hagen-Haspe, wo er bereits eine ehemalige Sparkasse für eine Bäckerei vermietet habe: „Das läuft wie verrückt.“ Für Villigst habe es auch schon einen weiteren Interessenten gegeben, der aber aus familiären Gründen passen musste. Aber die Bemühungen für die Wiederbelebung des Ladenlokals bleiben: „Wir stehen Gewehr bei Fuß.“

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