Bald eine Kinder-Spielhalle auf der Schwerterheide?

Mehrere Flächen versteigert

Kinder dürfen auf eine riesige Spielhalle hoffen. Die Baustoffhandlung Homel auf Erweiterungsmöglichkeiten. Und Gewerbebetriebe auf dringend benötigte Bauflächen: Besitzerwechsel bringen Bewegung in die Brachen links und rechts der Nordumgehung K20 auf der Schwerterheide.

SCHWERTERHEIDE

, 07.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Bald eine Kinder-Spielhalle auf der Schwerterheide?

Auf dem Grundstück mit dem alten Bauernhof Am Eckey soll sich einiges verändern. Ringsumher auch.

Bei einem Versteigerungstermin im Amtsgericht Schwerte wurde das Gelände, das früher zu einem Bauernhof gehörte, aufgeteilt. Das alte Wohnhaus am Osthellweg mit den drumherum liegenden rund 6000 Quadratmetern ging an die Schaustellerfamilie Schäfer, die ihr Betriebsgelände und ein Wohnhaus in der Nachbarschaft hat.

„Eine Kinderhalle zum Spielen“ möchte Seniorchef Hans-Otto Schäfer auf dem Gelände errichten, das seine Tochter ersteigert habe. Auf einer Grundfläche von 3000 bis 4000 Quadratmetern soll sie Attraktionen vom Trampolin bis zur Kindereisenbahn bieten und auch ein attraktives Ziel für Kindergeburtstage werden. „Viele Großstädte haben das“, sagt Schäfer. Sollte der Plan nicht umsetzbar sein, wolle er die Halle für seinen Betrieb nutzen.

Das Wohnhaus: Zukünftige Nutzung ist noch offen

Was mit dem Wohnhaus geschieht, das seit langer Zeit leersteht, ist noch offen. „Wenn ich es abreiße, ist nicht sicher, ob ich ein neues bauen darf“, berichtet Schäfer. Eine Renovierung sei aber genauso teuer wie ein Neubau. Deshalb muss er Gespräche mit der Stadt abwarten.

Nichtsdestotrotz hat der Schausteller aber bereits kräftig damit begonnen, die früheren Gammelecken neben dem Gebäude aufzuräumen.

Baustoffe Homel: Neue Fläche ersteigert

Sehr zur Freude von Norman Laufer, Geschäftsführer der gegenüberliegenden Baustoffhandlung Homel, der bislang aus seinem Bürofenster auf den Schandfleck schauen musste. Sein Unternehmen hat sich bei der Versteigerung das angrenzende Dreieck zwischen Autobahn und Altem Dortmunder Weg gesichert.

Damit möchte die Traditionsfirma, die seit über 130 Jahren in Schwerte ansässig ist, ihren Standort weiter sichern. Ursprünglich am Wilhelmsplatz noch mit einem Brennstoffhandel gegründet, zog sie Mitte der 1970er-Jahre zum Osthellweg. Seit 1989 gehört Homel zum Verbund der Metzger-Gruppe.

Brachfläche: Platz für neues Gewerbegebiet?

Das größte Stück vom Grundstücks-Kuchen hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna ersteigert: Die komplette Fläche, die sich südlich der K20 zwischen Hörder Straße und Altem Dortmunder Weg erstreckt. „Das sind brutto rund 60.000 Quadratmeter“, erklärt Geschäftsführer Christoph Gutzeit. Der Aufsichtsrat müsse dem Kauf noch zustimmen.

„Wir wissen noch nicht, was damit passiert“, sagt Gutzeit. Man habe sich das Grundstück erstmal gesichert: „Sonst ist es oft so, dass wir Planungen haben, aber nicht an die Grundstücke kommen.“ Diesmal sei die Lage umgekehrt. Und das an einem „der besten Standorte, die ich kenne“. Im Flächennutzungsplan als gewerbliche Baufläche ausgewiesen und über die K10 direkt hin zur Autobahnabfahrt erschlossen. Welche Art Gewerbe man dort ansiedeln wolle, müsse man „in Ruhe und Sorgfalt“ überlegen. Ein Baumarkt oder anderer Handel seien ausgeschlossen.

 

 

Unser Redakteur Reinhard Schmitz kommentiert dieses Thema wie folgt:

Aber wo bleibt der Discounter?

Das Verschwinden der Schmuddelecke rund um den alten Bauernhof am Osthellweg zeigte beim Vorbeifahren: Hier tut sich was. Und richtig. Die Brachflächen an der K20 haben den Besitzer gewechselt. Endlich kommt Bewegung in die Grundstücke, die schon lange für Gewerbe vorgesehen waren. Direkt an der Autobahnauffahrt gelegen, können dort Arbeitsplätze entstehen, ohne dass LKW durch die Stadt dieseln müssen. Super, wenn gleichzeitig noch ein neues Spieleparadies für die Kinder kommt. Nur an eine wohnortnahe Einkaufsmöglichkeit für die Bürger von der Heide und aus Schwerte-Ost, wo es außer dem Bäcker kein einziges Lebensmittelgeschäft gibt, denkt wieder mal keiner. Aber es gibt ja noch die Wiese zwischen Altem Dortmunder Weg und Ostberger Straße. Es muss doch erlaubt sein zu träumen, dass dort irgendwann mal ein Aldi-, Lidl-, Netto- und sonstiges Transparent leuchtet.

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