Banken in Schwerte hatten mit Einbrüchen, Protesten und Filialschließungen zu kämpfen

rnJahresrückblick 2019

Es war ein turbulentes Jahr für die Schwerter Banken. Nach mehreren Einbrüchen, Diebstählen und Filialschließungen sorgte vor allem eine Schwerterin mit ihrer Aktion für mehr Service.

Schwerte

, 02.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwertes Banken hatten es nicht leicht in der ersten Jahreshälfte von 2019. Ganze vier Mal wurden die Automaten in verschiedenen Geldhäusern vollständig oder beinahe zum Opfer von Brechstangen, Flex oder Sprengmaterial. Besonders hart hat es aber die Sparkasse in diesem Jahr getroffen.

Eigentlich fing alles schon im Dezember 2018 in Westhofen an, als Diebe die Geldautomaten in der dortigen Filiale gesprengt hatten.

Nur knapp zwei Monate nach der spektakulären Sprengung war im Februar dann Ergste dran. Für Sparkassen-Kunden hieß das vor allem eins: Geld gibt es nur noch in Villigst oder an der Hauptstelle am Postplatz in Schwerte-Mitte. Am 15. April trifft es dann auch Villigst – auch hier haben sich die Täter wieder an der Rückseite des Automaten zu schaffen gemacht und das Geld entwendet. Heißt: Der Automat ist beschädigt, kein Bargeld für die Kunden.

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Weiter ging es dann in der Commerzbank. Mit einem Audi-Geländewagen rammten die Täter die Glastür zur Schwerter Filiale ein und versuchten wohl, die Automaten zu sprengen. Die Vernebelungsanlage der Bank kam ihnen aber in die Quere. Bis heute fehlt von ihnen jede Spur.

Sparkasse bot mehrfach verschiedene Lösungen an

Ebenfalls ohne Beute mussten die Täter abziehen, die Anfang August den Sparkassen-Automaten in Geisecke plündern wollten. Durch die Wand des angrenzenden Blumengeschäfts hatten sie sich Zugang zur Rückwand des Automaten verschafft.

Ärgerlich, nicht nur für Sparkasse und Commerzbank. Sondern vor allem für die Kunden, die weite Umwege für Abhebungen, Einzahlungen und Überweisungen fahren müssen. Die Sparkasse schlug mehrfach Lösungen vor, bewegte Automaten von der einen Filiale in die andere, auch an der Volksbank in Ergste konnten die Kunden kostenlos Geld abheben.

Aber so richtig zufrieden ist man nicht gewesen. Als im April dann die Filiale in Westhofen wieder eröffnete, löste das eine regelrechte Protestbewegung im Ortsteil aus. Einen neuen Geldautomaten hatte man zwar aufgestellt, dafür fehlten aber Kontoauszug-Drucker und Überweisungsterminal.

Gabi Weck startete Unterschriftenaktion für mehr Service

Kurzerhand startete die Schwerterin Gabi Weck eine Petition, um beide Geräte zurückzubekommen. Schnell kamen hunderte Unterschriften zusammen.

Nur wenige Tage später verkündet die Sparkasse: „Wir haben uns entschieden, entgegen unseres ursprünglichen Plans in der SB-Filiale Westhofen doch ein Überweisungsterminal anzubieten.“ Und auch für alle anderen Kunden gibt es Hoffnung. Denn Sparkassen-Chef Ulrich Bartscher will auch die veralteten Serviceterminals nach deren Verfallsdatum im Jahr 2021 erneuern.

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Fast hatten sich die Westhofener wieder mit ihrem Geldinstitut versöhnt. Dann wurde aber im Juni und Juli das Bargeld knapp. Erst keine Überweisungen und Kontoauszüge - dann gab es kein Geld am Automaten: Auf Facebook wurden schwere Vorwürfe gegen das Geldinstitut erhoben. „Will uns die Sparkasse zum bargeldlosen Bezahlen zwingen?“ fragten dort einige User. Und wieder hält die Sparkasse dagegen: Beim ersten Vorfall sei einfach nicht genügend Geld im Automaten gewesen.

Im Juli sei es einem technischen Defekt zu verdanken gewesen. Seitdem wurde es ruhig um die Schwerter Sparkasse. Trotzdem will Gabi Weck – da, wo es nötig ist – auch im neuen Jahr für mehr Service und Kundenfreundlichkeit kämpfen.

Volksbank und Sparda-Bank kündigten Filialschließungen an

Auch andere Banken hatten im Jahr 2019 zu kämpfen. Im Juni verkündete die Volksbank, dass man die Filiale in Iserlohn-Hennen schließen werde. Rund drei Wochen später fiel dann die nächste Entscheidung: Auch die Filiale in Ergste wird dicht gemacht. Während der Volksbank aber noch die Hauptstelle in Schwerte-Mitte bleibt, wird sich die Spardabank in 2020 vollständig aus Schwerte zurückziehen: Im Juni soll es soweit sein. Noch ist unklar, ob der Selbstbedienungsbereich erhalten bleibt.

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