Bauer Emde verrät Wissenswertes rund ums Osterei

Fragen und Antworten

9000 Hennen legen beim Bauern Christoph Emde an der Iserlohner Schirrnbergstraße täglich rund 8200 Eier. Seine Eier-Färbemaschine läuft nicht nur zu Ostern, sondern das ganze Jahr auf Hochtouren. Der Eier-Experte hat uns elf Fragen rund ums Ei beantwortet.

LECKINGSEN

, 15.04.2017 / Lesedauer: 4 min
Bauer Emde verrät Wissenswertes rund ums Osterei

Der Ostereier-Experte Christoph Emde bei der Arbeit.

Steigt der Eierkonsum zu Ostern deutlich an?

Bauer Emde hat die Erfahrung gemacht, dass vor einem Jahrzehnt rund um Ostern noch die doppelte Menge Roh-Eier zum Endverbraucher ging. Parallel zum Rückgang dieses Umsatzes stieg die Liebe zum bereits gekochten und gefärbten Ei. Emde: „Die maschinell gefärbten Eier sind auf den Punkt perfekt gekocht und durch das Färbeverfahren viel länger und sogar ungekühlt haltbar als das daheim selbst gefärbte Ei.

Woher kommen die Eier, die in Nordrhein-Westfalen gegessen werden?

Laut Christoph Emde können die NRW-Betriebe nur ein Viertel des Bedarfs decken. Der Rest der Eier kommt zum Beispiel aus Niedersachsen und anderen EU-Ländern, vornehmlich aus Holland. Die frischen, rohen Eier vom Wochenmarkt stammen meist aus heimischen Gefilden.

Wie viele Eier ist jeder Mensch im Jahr?

Das Statistik-Portal statista hat ermittelt, dass jeder Deutsche im vorigen Jahr durchschnittlich 235 Eier gegessen hat. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich leicht gestiegen. Insgesamt sind das in Deutschland rund 19 Milliarden Eier.

Wie sorgen die Produzenten dafür, dass sie zu Ostern genügend Eier einsammeln können?

Christoph Emde stallt stets im Januar Junghennen auf. Die sind im Alter von 20 Wochen legereif, zu Ostern also „fit“. Dennoch reichen in der Hochsaison die täglich rund 8200 Eier der eigenen Hühner nicht aus, um alle Kundenwünsche zu befriedigen. Emde: „Wir kaufen zu Ostern auch kräftig hinzu.“

Wie lange legt ein Huhn Eier?

Rund eineinhalb Jahre legen die Hennen Eier, danach geht‘s zum Schlachter. Während der Landwirt für eine Junghenne rund 5 Euro plus Mehrwertsteuer bezahlen muss, bekommt er am Ende pro Kilo Huhn 2 bis 5 Cent. Viele Tiere landen später als Suppenhuhn im Kochtopf.

Was passiert mit beschädigten oder stark verschmutzten Eiern?

Diese Eier bringt Christoph Emde in ein sogenanntes Aufschlagwerk, wo sie für Bäckereien, Nudelhersteller und andere Großverbraucher weiter verarbeitet werden. Der Preis, der sich dort erzielen lasse, sei mit kleinen einstelligen Cent-Beträgen so gering, berichtet der Landwirt, dass der Erlös Arbeitszeit und Transportkosten kaum aufwiege. Emde: „Dieser Verlust wird aber vom Finanzamt anerkannt, eine Vernichtung der Eier gilt dagegen nicht als Verlust.“

Welche Eier sind beim Endverbraucher besonders beliebt?

In Emdes Hofladen greifen die Kunden besonders gern zu XL-Eiern, wenn sie Rohware kaufen. Bei den gefärbten Eiern müssen sie sich mit den Größen M oder L begnügen. Christoph Emde selbst ist kein Liebhaber der Übergröße. „Ich esse lieber mal zum Sonntagsfrühstück zwei gekochte Eier der Größe M. Aber das ist Geschmackssache.“

Kann man die Eier von Junghennen von denen älterer Legehennen unterscheiden?

Die Eier der Junghennen sind kleiner, nach zwei bis drei Monaten Legezeit werden sie größer. Die Eier der Junghennen sind außerdem glatter, haben weniger Rillen und Unebenheiten. Sie haben dazu eine besonders dicke Schale, gehen beim Kochen nicht so schnell kaputt.

Werden die Eier direkt nach dem Legen gefärbt und gekocht?

Christoph Emde rät davon dringend ab: „Wenn man ganz frische Eier kocht und färbt, kann man sie kaum sauber abpellen. Wir verarbeiten deshalb Eier, die rund eine Woche alt sind.“

Spielt die Farbe eine Rolle für die Stabilität?

Braune Hühner legen braune Eier, weiße Hühner weiße. Entscheidend ist dabei die Farbe der Ohrscheibe des Huhns. Ein Unterschied in der Schale ist nach Ansicht von Christoph Emde nicht spürbar. Die Beliebtheit von braunen und weißen Eiern hänge vom Wohnort des Verbrauches ab. Emde: „Hier sind weiße Eier beliebter, je weiter man ins Münsterland kommt, desto mehr steigt der Anteil der braunen Eier.“

Wofür wird das viele Flüssigei aus den Aufschlagwerken gebraucht?

Flüssigei ist ein wichtiges Element der industriellen Lebensmittelproduktion. Es wird entweder getrennt in Eigelb und Eiweiß oder als Vollei produziert. So wandert es zum Beispiel in Backwaren, Nudeln, Mayonnaisen. Um mikrobielle Risiken zu verringern, wird Flüssigei in der Regel pasteurisiert. Das macht auch die resistenten Salmonellen unschädlich und das Flüssigei in Groß- und Hotelküchen beliebt.

Lesen Sie jetzt