Ein schwarzer Kasten an einer Ampelkreuzung in Geisecke. Eine Kamera an einer langen Stange. Das sind aktuelle Vorboten, die zeigen: Bald soll in Geisecke ein neues Wohngebiet entstehen.

Geisecke

, 27.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Beschlossen ist die Sache schon seit mehr als einem Jahr: Im Januar 2018 stimmten Schwertes Politiker für den Bebauungsplan Nr. 192. Im Westen Geiseckes sollen rund 50 Einfamilienhäuser entstehen, zwischen den bestehenden Häusern an der Dorfstraße, der Bahnlinie und dem Teil der Dorfstraße, der weiterführt in Richtung Hof Rutenborn.

Wann dort der erste Bagger in diesem Baugebiet mit dem offiziellen Namen „Im Westfelde“ anrollen kann? Das werde wohl frühestens im kommenden Jahr der Fall sein können, vermutet Dirk Salewski vom Investor, der Beta-Eigenheim, aus Bergkamen-Rünthe: „Sollten keine Klagen kommen, werden wir wohl 2020 den rechtlichen Rahmen haben.“ Dann könne ein Erschließungsvertrag geschlossen werden.

Aus Erfahrung von anderen Projekten weiß Salewski: Wenn politisch und rechtlich alles in die Wege geleitet ist, kann der Bau von Kanälen und Straßen beginnen. Bei normaler Wetterlage würde das in Geisecke wohl rund sechs Monate dauern. Danach könne mit dem Hochbau begonnen werden. 8 bis 11 Monate plane man normalerweise pro Haus ein.

Die Beta-Eigenheim plane zum einen Reihenhauszeilen mit Mietwohnungen zu bauen - „in Viererpäckchen“, also nicht als übermäßig lange Reihen. Zudem sollen Doppelhäuser entstehen. Was zuerst verkauft sei, werde auch zuerst gebaut, erläutert Salewski und schiebt nach: In dieser Lage in Geisecke dürften vor allem junge Familien fündig werden: „Ich glaube, dass es eine gute Lage ist, sehr kleinteilig und dörflich, und dass das bei Familien sehr beliebt ist.“

Kameras und Messgeräte hängen an mehreren Stellen

Doch zunächst sammeln Stadt und Investor Daten für unterschiedliche Gutachten. Unter anderem über die aktuelle Verkehrslage in Geisecke. Deshalb hingen an der Kreuzung neben dem Gewerbegebiet „Zwischen den Wegen“ (Unnaer Straße/Buschkampweg/Geisecker Talstraße) nun eine Kamera in etwa vier Meter Höhe und ein schwarzer Kasten einen Meter über dem Boden.

„Die Stelle ist eine in einer ganzen Reihe, an der Messungen vorgenommen werden“, heißt es dazu auf Anfrage aus dem Schwerter Rathaus: „Die Messungen sind Grundlage für ein Verkehrsgutachten.“ Wie das wiederum ausfalle, würden die Geisecker bald bei einer Info-Veranstaltung zum Baugebiet erfahren, hieß es weiter. Einen Termin nannte man allerdings noch nicht. Jedenfalls müssten bis dahin noch „umfassend Fakten recherchiert“ werden.

Baugebiet geplant - Darum hingen Kästen und Videokameras an einer Kreuzung in Geisecke

Hier soll in wenigen Jahren eine Siedlung stehen: das Feld an der Dorfstraße in Geisecke. © Foto: Manuela Schwerte

Jetzt lesen

Woher rollen die Bagger? Was tun gegen den Bahnlärm?

Zunächst müssen einige Lösungen und Antworten gefunden werden, wie Beta-Geschäftsführer Salewski erläutert:

Wie kann die Erschließung des Gebietes klappen? Bisher ist das Gelände von der Unnaer Straße aus über die Dorfstraße erreichbar, die nicht viel mehr ist als ein ausgebauter Feldweg. Zudem müssen alle Bagger, Kipplader und andere Fahrzeuge unter der Bahnlinie hindurch. Oder sie müssten über Geisecker Talstraße und die Dorfstraße durch Geiseckes Unterdorf kommen.

Die Belastung der Nachbarn lasse sich wohl nicht vermeiden, so Salewski. Aber man bemühe sich, alles in Grenzen zu halten. „Nach zwei bis zweieinhalb Jahren sind wir da fertig.“

Nächster Punkt: Was muss gegen den Lärmschutz getan werden? Die Stadt Schwerte hatte 2018 noch auf eine zusätzliche Riegelbebauung gehofft - also auf Kettenhäuser, die Schall schlucken.

Eine Lärmschutzwand entlang der Gleise, Garagen mit Dach, eine ganz andere Lösung - generell sei Vieles denkbar, erläutert Salewski. Man müsse da das Lärmschutz-Gutachten abwarten, das ebenfalls in Auftrag gegeben sei.

Jetzt lesen

Wird der Starkregen zum Problem? Wie viel Verkehr ist möglich?

Ebenfalls wichtig: die Entwässerung. Und die Frage: Habe das Kanalnetz noch genügend Kapazität oder müssten Überlaufbecken, Rückhaltebecken, Ökowiesen als Überlaufflächen her? Salewski weiß: „Heute regnet es nicht mehr drei Tage ein bisschen. Jetzt kommt in drei Stunden das runter, was es früher in drei Wochen gab.“ Und das führe zu ganz anderen Belastungen des Kanalnetzes.

Ökologische Ausgleichsflächen seien fest eingeplant: Streuobstwiesen. Denn dort, wo bald Häuser stehen, wo viele Böden versiegelt sind, ist momentan noch Natur, oder genauer: landwirtschaftliche Nutzfläche.

Apropos Natur und Landwirtschaft: Eines der vielen Gutachten beziehe sich auf das Olfaktorische, so Salewski. Also auf die Frage: Wie stark riecht es? In der Nähe wird Viehzucht betrieben.

Wie viele Häuser tatsächlich auf dem Gelände entstehen - das wiederum hänge stark vom Verkehrsgutachten ab. Also von den schwarzen Kästen an der Kreuzung am Gewerbegebiet. Salewski sagt: Ohne all die Gutachten könne er natürlich keine Zahl nennen. Aber sie werde wohl „im mittleren zweistelligen Raum“ liegen. Und eins verspricht er dann doch schmunzelnd: „Ich bin definitiv vor dem Berliner Flughafen fertig.“

Lesen Sie jetzt