Bedrohte Schönheiten

Schmetterlinge

SCHWERTE Sommer, Sonne, Schmetterlinge gehören zusammen. Dabei brauchen die bunten Falter gar keine Hitzewellen. Ihnen genügt ein wenig stabiles Wetter wie in diesem Frühjahr, um bei der Vermehrung richtig in Schwung zu kommen.

von Von Reinhard Schmitz

, 13.07.2009, 16:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auch den Distelfalter hat der Schmetterlingsflieder angezogen.

Auch den Distelfalter hat der Schmetterlingsflieder angezogen.

"Außerdem haben wir ein sehr gutes Wanderfalterjahr", berichtet Weigt. Zu Hunderttausend kamen beispielsweise die Distelfalter aus ihren Winterquartieren am Mittelmeer angeschwärmt: "Sie sind ab Mitte Juli auf dem Flieder zu sehen." Bleibt der Sommer warm, können bis zu drei Generationen junger Schmetterlinge aus den Puppen schlüpfen. Dann kann der Zitronenfalter sogar noch mit seinen Enkeln durch die Lüfte schaukeln. Denn der Methusalem unter den Schmetterlingen kann fast ein ganzes Jahr alt werden. Selbst Frostperioden von bis zu 30 Grad minus machen ihm nichts aus – dank einer Art Glysantin im Blut.

Das bunte Geflatter über den Blüten kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Schmetterlinge vor allem durch den immensen Landschaftsverbrauch der vergangenen Jahrzehnte arg bedroht sind. "Die Mehrzahl ist hoch spezialisiert und benötigt einen ganz bestimmten Lebensraum mit ausgewählten Nahrungspflanzen", weiß Weigt. 1960 seien in Schwerte noch 563 Arten beobachtet worden. Mittlerweile seien 54 Prozent der Tagschmetterlingsarten verschwunden, weitere 29 Prozent vom Aussterben bedroht. Viele machen sich fast unbemerkt auf den Rückzug, da sie nur in der Dunkelheit aktiv sind. 

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