Beeindruckender Pianist: 1. Sternstundenkonzert 2019 wurde seinem Namen gerecht

Konzertgesellschaft Schwerte

Mit Werken vom Barock und der Klassik bis zum Impressionismus begeisterte der Pianist Hai’ou Zhang aus der inneren Mongolei in der Rohrmeisterei. Es gab Mozart, Beethoven, Strauß und Liszt.

Schwerte

, 04.02.2019, 11:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Beeindruckender Pianist: 1. Sternstundenkonzert 2019 wurde seinem Namen gerecht

Pianist Hai’ou Zhang lieferte in der Tat eine Sternstunde am Bösendorfer. © Bernd Paulitschke

Chronologisch durchpflügte er die musikalischen Epochen mit ebenso eigenwilliger wie künstlerisch hochkarätiger Interpretation. Wieselflink und glasklar wie der eisige Sonntagmorgen erklangen die Läufe der chromatischen Fantasie von Bach, zunächst den Anschlag eines Hammerklaviers auf dem Bösendorfer imitierend, dann zunehmend sich in träumerischer Romantik von den ausgetretenen Pfaden des Barocks entfernend. Auch die zugehörige Fuge BWV 903, dem Klangbild der Entstehungszeit deutlich näher, verfremdete er mit crescendo und decrescendo, Gestaltungsmitteln die den Tasteninstrumenten des 17. Jahrhunderts fremd waren.

Mozarts Sonate in F spielte er temperamentvoll, doch stets im rechten Moment gezügelt. Nach erneut von Traumgedanken durchzogenem Adagio kam der Finalsatz mit dröhnendem Auftakt und großen Spannungsbögen daher. Sanft perlend, bald Beethovens aufwühlender Art nachspürend, steigerte sich der Kopfsatz der Sonate E-Dur zur Raserei, um abrupt zu enden. Dem Prestissimo mit seinen dynamischen Wechseln folgte grollendes Forte, aus dem die Musik sich licht blinkend löste, um zart und gemessen zu entschlummern.

Stücke von Liszt, Saint-Saëns und Strauß

Den Werken von Liszt nach der Pause kam dann stilistisch treffend die Interpretation Zhangs entgegen. Geheimnisvoll und mit Übergriffen im Diskant servierte er ein in Töne gesetztes Sonett von Petrarca. Die Legende Nr.1 erzählte davon, wie Franz von Assisi den Vögeln predigte. Als Naturbeobachtung trat das Flattern der Vögel hervor, durchzogen von emotionalen Steigerungen.

Auch die Wasserspiele an der Villa d’Este enthielten quirlende Beschreibungen des feuchten Elements, denen sich ein kleines, vielfach variiertes Motiv zugesellte. Aus tiefem Grollen, einem beinahe maschinenhaften Klang schälte sich Ravels Valse hervor, licht und ausgelassen, dann sich mit deutlicher Schärfe konzertant dem Ballsaal entziehend. Wischer sorgten für wenige Momente der Salonmusik; Tastenwirbel leiteten über zu martialisch-zackigem Schluss. Als Zugabe erklangen „Der Schwan“ von Camille Saint-Saëns sowie kraftvoll virtuos eine ungestüme Paraphrase über Walzermelodien von Johann Strauß.

Kammerkonzert am 17. März


So kommen Sie an Karten

Ein erstes Kammerkonzert präsentiert die Konzertgesellschaft Schwerte mit dem Cembalo-Duo Grychtolik in St. Viktor am Sonntag, 17. März, um 19 Uhr. Karten für 20 Euro, im Vorverkauf 17 Euro, auf www.kgs-schwerte.de.
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