Belegschaft erwartet schmerzhafte Einschnitte

Hoesch

SCHWERTE Am 30. Januar kommt für die 700 Mitarbeiter von Hoesch der Tag der Wahrheit. Dann findet die eigentlich für Anfang Dezember geplante Betriebsversammlung statt. Dabei wird vermutlich auch das Konzept einer Unternehmensberatung gegen die Krise vorgestellt und damit wahrscheinlich schmerzhafte Einschnitte für die Belegschaft.

von Von Heiko Mühlabuer

, 11.12.2009, 19:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Produktion im Walzwerk der Schwerter Profile läuft auf Sparflamme.

Die Produktion im Walzwerk der Schwerter Profile läuft auf Sparflamme.

„Wir haben aber bislang noch kein Konzept vorliegen“, betonte Betriebsratsvorsitzender Horst Köchling am Freitag und trat Spekulationen über eine bereits feststehende Zahl beim Jobabbau entgegen. Ob und wie viele Arbeitsplätze gefährdet seien, stehe in den Sternen. „Wir haben bereits in der Vergangenheit an allen Ecken und Enden gespart“, gibt Köchling zu Bedenken. Die Betriebsversammlung war mit dem Verweis auf eine Erkrankung des Aufsichtsratschefs verschoben worden. Doch auch Köchling vermutet, dass man einfach noch keine belastbaren Zahlen hatte. „Was sollen wir in diesen Zeiten die Belegschaft mit Unfallstatistiken behelligen“, kommentiert er.

Die wirtschaftliche Situation des Profilwerks bleibt schwierig. „Eine Marktbelebung ist aus unserer Sicht kurzfristig nicht zu erkennen“, erklärte Unternehmenssprecher Klaus Hedding am Freitag. Die Produktion sei erheblich von der Logistik-Branche abhängig und die leide ebenfalls unter der Wirtschaftskrise. Hoesch produziert zu einem Großteil Gabelstapler-Profile. Bis Ende des Jahre habe man Kurzarbeit angemeldet. Und von dieser Option will man auch Gebrauch machen. Dass dies vermutlich nicht reichen wird, wollte auch Hedding nicht ausschließen. Allerdings versprach er: „Wir wollen, was auch immer passiert, so sozial wie möglich abfedern.“

2002 hatte Hoesch seinen letzten Sozialplan verabschiedet. Damals wurden 100 Mitarbeiter über Fluktuation und Kündigungen freigesetzt. Einen Beschäftigungsabbau über natürliche Fluktuation kann sich Betriebsratsvorsitzender Horst Köchling derzeit nicht vorstellen: „Wir haben aktuell kaum Fluktuation.“ Ihm bliebe genau wie den anderen Mitarbeitern derzeit nichts anderes übrig als abzuwarten. 

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