Besorgte Eltern - Diskussion um Kinderschänder auf Facebook

Polizei ist eingeschaltet

Bei vielen Eltern in Hennen geht nach zwei Vorfällen die Angst um: Sie sind sich sicher, dass im Iserlohner Norden ein Kinderschänder unterwegs ist. Das Thema wird intensiv im sozialen Netzwerk Facebook diskutiert. Die Polizei betont, die Fälle ernst zu nehmen, warnt aber vor Panik.

HENNEN

von Von Heiko Mühlbauer

, 09.08.2013, 18:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Mann hat an der Heideschule ein Mädchen angesprochen - hier eine gestellte Szene. Die Schule hat alle Eltern informiert, die Polizei beschwichtigt.

Ein Mann hat an der Heideschule ein Mädchen angesprochen - hier eine gestellte Szene. Die Schule hat alle Eltern informiert, die Polizei beschwichtigt.

Durch die sozialen Netzwerke verbreite sich mittlerweile eine Hysterie, die an eine Lawine erinnere, sagt Polizeisprecher Boronowski. Einmal losgetreten, sei das Ganze nicht mehr zu stoppen. Was der Polizei besondere Sorgen bereite, sei die Tatsache, dass bald jeder Mann mit grauem Haarkranz und dunklem großen Wagen im Iserlohner Norden unter Generalverdacht stehe. Und sich die Meldungen über Männer, die Kinder angesprochen hätten häufen.  In Kalthof soll ein Autofahrer ein Kind angesprochen und nach dem Weg zu einem Erdbeerfeld gefragt haben. Dabei habe er das Kind gebeten einzusteigen und ihm den Weg zu zeigen. Diese Meldung wurde auf Facebook von über 1800 Menschen geteilt. Zum Teil mit Forderungen nach Lynchjustiz.

Und obwohl es weder eine Beschreibung des Mannes gibt, noch die des Wagens zu den beiden ersten Fällen passte, ist sich die Netzgemeinde sicher, den dritten Vorfall ausgemacht zu haben. Natürlich habe der sein Auto gewechselt, weil man das andere ja jetzt kenne, heißt es in einigen Kommentaren. Für die Polizei ein schwieriges Feld: „Wir wollen keinesfalls Hysterie oder Panik schüren, aber wenn es da tatsächlich einen Täter gibt, wollen wir den vor allem kriegen, bevor etwas passiert“, betont Boronowski.

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