Besuch im Schwerter Tierheim: Corona-Virus gefährdet das Glück vieler Tiere

rnSchwerter Tierheim

Bei vielen Tierheimen brechen durch Corona Einnahmen weg. Das wird zum Problem für Mensch und Tier. Catharina Seelig berichtet von Stornierungen, Stillstand und einer leeren Pension.

Schwerte

, 23.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Strenge Hygienevorgaben, keine offenen Besichtigungen und fehlende Spenden. Bei vielen Tierheimen brechen seit Beginn der Coronakrise wichtige Einnahmen weg.

Die kürzlich gestartete Urlaubssaison gibt vielen Tierheimbesitzern die Hoffnung das Wirtschaftsjahr durch Einnahmen in der Pension noch zu retten. Bei einem Besuch im Schwerter Tierheim erfuhr unser Autor, wie man dort die Krise erlebt hat und wie es jetzt weiter gehen soll.

Jetzt lesen

Kompletter Stillstand von März bis Juni

Das Tierheim Schwerte ist deutlich leerer als üblich. Die Eingangstür ist momentan nicht für jeden geöffnet - ein Termin ist Pflicht. Für Tierheimleitung Catharina Seelig waren die letzten Monate nicht einfach. „Von März bis Juni gab es einen kompletten Stillstand“, so Seelig. „Langsam aber sicher geht es wieder bergauf.“ Mit dem Wirtschaftsjahr 2020 hat sie dennoch schon abgeschlossen.

Ein wenig Hoffnung macht die doch noch gestartete Urlaubssaison. Denn üblicherweise geben vielen Herrchen ihre Hunde, Katzen oder Kleintiere dann über mehrere Wochen bei Catharina Seelig ab. Momentan ist die Pension allerdings noch ziemlich leer. Zu Besuch sind derzeit zwei Katzen und mehrere Kleintiere, vor allem Hasen und Vögel.

Jetzt lesen

Ob es in den nächsten Wochen mehr werden, ist für Catharina Seelig noch nicht wirklich abzusehen. „Eigentlich sind wir für die kommenden Monate so ziemlich ausgebucht“, berichtet die Tierheimleiterin. „Es stornieren allerdings immer noch Leute ihre Urlaube und bringen dann auch ihre Tiere nicht zu uns.“ Seitdem die Infektionszahlen wieder steigen, käme es auch öfter zu kurzfristigen Absagen.

Für Hunde gebe es im Schwerter Tierheim zudem grundsätzlich nicht so viel Platz. Und der vorhandene wird gerade von zwei älteren Hunden besetzt, die sich im Tierheim so wohl fühlen, dass sie nicht mehr vermittelt werden. Andere Kleintiere werden gerade vom Tierheim-Team aufgepäppelt, um in Zukunft wieder vermittelt werden zu können.

Eines davon ist Kaninchen Chocolate. Chocolate erholt sich gerade noch von einer Bisswunde, bevor es ein neues Zuhause finden soll.

Video
Catharina Seelig stellt Tierheim-Kaninchen Chocolate vor

Strenge Auflagen und wenig Interessenten

Auch für Tiere die ein neues Zuhause suchen, war und ist die Coronakrise ein Problem. Die Hygienebestimmungen für Tierheime seien sehr streng. Seit man herausgefunden hat, dass auch Tiere Wirt für den Virus sein können, habe das die Situation noch einmal verstärkt. „Nicht-abgesprochene Besichtigungen sind nicht möglich, nur mit Termin“, so Seelig.

„Auch bei Terminen ist es in unseren Räumlichkeiten eine Aufgabe den Sicherheitsabstand einzuhalten.“ Das führe natürlich auch zu weniger Interessenten für die Tiere.

Jetzt lesen

Zu Beginn des Lockdowns sah das noch anders aus. Wie in vielen anderen Tierheimen Deutschlands wurde die Nachfrage nach jungen Katzen und Hunden in Zeiten von sozialer Distanz größer. Dass Leute ihre Tiere nach den Lockerungen wieder abgeben haben, sei in Seeligs Tierheim noch nicht vorgekommen.

Auch die Nachfrage, mit den Tieren des Heims Gassi zu gehen, habe sich in der Zeit des Lockdowns erhöht. „Die Nachfrage war riesig. Zur Vorsicht für Tiere und Menschen durften aber nur Stammgeher die Tiere ausführen“, erklärt die Tierheimleiterin.

Eine Besserung in absehbarer Zukunft sieht Catharina Seelig momentan nicht. „Corona wird uns alle wohl noch lange begleiten. Und mit Corona kommen auch Auflagen und damit Probleme für uns.“

Lesen Sie jetzt