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Ein Hausarzt zieht Abzocke dem Ruhestand vor. Wer ist Schuld am Innenstadt-Sterben? Und wie unkreativ kann ein Jungenname sein? Das erlebten unsere Mitarbeiter in dieser Woche.

Schwerte

, 12.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Jeder Tag ist neu. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis – auch für die Mitarbeiter in unserer Redaktion. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen unsere persönlichen Erkenntnisse der vergangenen Woche. Subjektiv, so wie die Journalisten es bei ihrer Arbeit nicht tun. Doch Vieles von dem, was wir recherchieren, bewegt uns genauso wie Sie – dienstliches und privates Engagement.

Petra Berkenbusch: Da wächst was im Müll

Betrug statt Rente, die Schuld der Schwerter und Söhne, die wie ihre Väter heißen

© Petra Berkenbusch

Ein Besuch im Rathaus hat mich auf Ideen gebracht: Wenn ich demnächst mal wieder im Müll umkomme und fürs Tetrapak kein Platz mehr in der gelben Tonne ist, gleichzeitig ein Küchenkraut im hässlich-braunen Plastiktopf vor sich hin kümmert, werde ich die beiden zusammenbringen. Im Rathausflur, wo gerade eine Ausstellung zum Urbanen Gärtnern gezeigt wird, hängen diverse Pflänzchen dekorativ in gebrauchten Verpackungen rum. Hübsch anzusehen und platzsparend untergebracht. Die Ausstellung dauert noch bis zum 29. Mai. Vielleicht gibt‘s bis dahin Erdbeeren aus dem Bio-Soja-Karamell-Drink-Übertopf.

Reinhard Schmitz: Freiheit für die Ampel

Betrug statt Rente, die Schuld der Schwerter und Söhne, die wie ihre Väter heißen

© Reinhard Schmitz

Es war ein Versehen. Deswegen wurde Passanten wochenlang der direkte Zugang zur Fußgängerzone versperrt. Auf dem Grundstück an der Ecke Hüsingstraße/Friedensstaße, auf dem das Café Extrablatt entstehen soll, ist von Baubeginn noch keine Spur. Kein Bagger weit und breit. Vor was sollten die Fußgänger also geschützt werden, als dort Barrieren aufgestellt und die Fußgängerampeln vor der Boutique Contrast mit blauen Säcken zugehängt wurden? Das wusste die Stadt auf Rückfrage auch nicht. Es sei ein Versehen, hieß es. Die für die Verkehrssicherheit zuständige Firma erhielt den Auftrag, die Hüllen wieder abzunehmen.

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Maximilian Stascheit: „Mittwochs für Mehrwegflaschen!“

Betrug statt Rente, die Schuld der Schwerter und Söhne, die wie ihre Väter heißen

© picture alliance / Jens Wolf/Zen

In Konstanz wurde jetzt ganz offiziell der Klimanotstand ausgerufen. Und es gibt Berichte von Schülern, die nach der Abstimmung geweint haben. Vor Freude. Natürlich kann die Stadt mit diesem Beschluss nicht die Welt retten. Da können die Maßnahmen noch so großartig sein. Hier habe ich aber zum ersten Mal gemerkt, dass die „Fridays-for-Future“-Proteste der vielen jungen Leute mal eine wirkliche politische Reaktion erzeugt haben. Bei der Diskussion im Freundeskreis kamen auch gleich Vorschläge für neue Protesttage auf: „Dienstags für Dieselverbote“, „Mittwochs für Mehrwegflaschen“... Weitere Vorschläge? Her damit!

Björn Althoff: Nicht Amazon ist Schuld, sondern der Kunde – also wir alle

Betrug statt Rente, die Schuld der Schwerter und Söhne, die wie ihre Väter heißen

© Stadtarchiv

Um‘s vorab zu sagen: Ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Jahrgang 1977. Ich habe also auch ein Früher, von dem ich denken kann, wie schön das alles war. Früher gab‘s kein Amazon und keine Ein-Euro-Shops – ja: nicht einmal Internet oder Euro. Dafür hatten wir Einzelhandelsläden in den Innenstädten. Diese wuseligen, vollgepackten Läden voller Spielzeug und Gardinenzubehör und Schallplatten. Man ging hin und mit leuchtenden Augen durch den Laden. Man zahlte bar und erhielt eine Tüte, auf dem der Name des Ladens stand. Natürlich war das schön, aber war es auch besser? Besser als heute, als Amazon und eBay und PayPal und sekundenschneller sicherer Kartenzahlung per Fingerabdruck? Besser als heute, wo wir uns innerhalb von Tagen alle Waren der Welt liefern lassen können? Wenn Sie mit „Ja“ antworten, warum kaufen Sie dann noch bei Amazon und nicht vor Ort? Denn nicht der Anbieter ist Schuld am Sterben der Innenstädte. Er ist die Ursache, aber nicht der Schuldige. Das sind Sie, bin ich, das sind wir Kunden.

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Heiko Mühlbauer: Arbeit statt Rente

Betrug statt Rente, die Schuld der Schwerter und Söhne, die wie ihre Väter heißen

© picture alliance/dpa

Ich habe mittlerweile Freunde, die zählen ihre Tage bis zur Rente. Und das obwohl die noch viele Jahre hin ist. Da mutet es schon seltsam an, wenn ein ehemaliger Schwerter Arzt im Alter von 83 Jahren in der Schweiz fleißig weiter praktiziert. Nun gut, bei dem Medizinmann war das eher aus finanzieller Not geboren und endete ja in den Fängen der Justiz. Aber ganz im Ernst, es mag ja Jobs geben, die kann man im Rentenalter nicht mehr machen, aber wenn der Beruf Spaß macht, warum sollte man ihn nicht weiter betreiben. Eine Freundin erzählte mir neulich, sie wolle bis 75 arbeiten und dann mal sehen, wie es weiter geht.

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Aileen Kierstein: Harrys Sohn - ja, wirklich!

Betrug statt Rente, die Schuld der Schwerter und Söhne, die wie ihre Väter heißen

© picture alliance/dpa

Damit haben die ganzen Wettschein-Geier bestimmt nicht gerechnet. Baby Sussex heißt nicht (wie gierige Buchmacher hofften) Arthur, James oder Philip. Archie Harrisson nennt man den royale Zwerg. Vielleicht wollten Prinz Harry und Meghan den kleinen Master mit dem Namen schon in eine bestimmte Richtung drängen, heißt der Name sinngemäß doch wahrhaftig und mutig. Viel spannender finde ich aber seinen Zweitnamen. Harrison bedeutet nämlich Harrys Sohn. Kann ja sein, dass der Archie das mal vergisst. Oder der Papa selbst. Falls es also noch niemand wusste: Archie Harrison ist Harrys Sohn. Auf jeden Fall. Also wirklich.

Annette Theobald-Block: Dem Bauch vertrauen

Betrug statt Rente, die Schuld der Schwerter und Söhne, die wie ihre Väter heißen

© Theobald

Dass manche Menschen vor wenig zurückschrecken, um an das Geld anderer Leute zu kommen, weiß man. Über die Dreistigkeit der Männer, die Anfang Mai eine Seniorin aus Westhofen um viel Geld gebracht haben, war ich dann doch erstaunt. Die reizende kleine Dame hatte zwar ein ungutes Gefühl, vertraute aber nicht darauf. Denn sie wollte nicht unhöflich sein, sie wollte den Männern einfach keine bösen Absichten unterstellen. Am Ende zahlte sie 1370 Euro für eine dreieinhalbstündige dilettantische Reinigung ihrer Einfahrt. Zu gutmütig bin ich selbst oft. Deshalb merken: Öfter auf den Bauch hören.

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