„Ich dachte, mein Hund ist gestorben“ – Schwerterin spürte den eigenen Schmerz gar nicht

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Quer über die Bahnhofstraße schoss ein fremder Hund heran und biss Samy, den Familienhund von Sema Can, in den Kopf. Die Schwerterin blutete am Bein. Das Ordnungsamt will Maßnahmen prüfen.

Schwerte

, 07.02.2020, 09:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um die Innenstadt macht Sema Can lieber einen großen Bogen, wenn Samy Gassi geführt werden muss. „Ich habe jetzt Angst, mit dem Hund rauszugehen“, sagt sie. Das mag ihre französische Bulldogge auch nicht mehr so gern. Unter ihrem weiß-schwarzen Fell sitzt der Schock des unverhofften Angriffs ebenfalls noch tief. Nur allmählich verheilt die blutende Wunde am Auge, die ein fremder Hund am Freitagabend vor der Sparkasse gerissen hat.

Bisswunde im Bein musste im Krankenhaus genäht werden

„Es war schrecklich“, sagt Sema Can: „Ich war nur am Weinen. Ich dachte, mein Hund ist gestorben.“ Über diese Angst vergaß sie fast die eigenen Schmerzen. Denn selbst hatte sie auch eine Bisswunde ins Bein erlitten, die im Krankenhaus genäht wurde. Weitere Folgen: Tetanusspritze, Krankschreibung.

Nichtsahnend war die Schwerterin auf dem Weg zur Arbeit gewesen, als es passierte. Dann sei über die Bahnhofstraße ein mittelgroßer, gelb-bräunlicher Hund herübergeschossen gekommen: „Es war eigentlich ein niedlicher Hund - vom Sehen her.“ Er sei auch angeleint gewesen, schildert sie weiter. Doch er hat sich losgerissen und auf Samy losgehen wollen.

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„Ich habe versucht, meinen Hund wegzunehmen“, sagt Sema Can. Angeleint habe er keine Möglichkeit zum Kämpfen gehabt. Die Schwerterin konnte nur versuchen, den Angriff abzuwehren. Gleichzeitig habe sie immer wieder zu der anderen Hundehalterin herübergeschrien, dass sie ihr Tier wegnehmen solle: „Aber sie reagierte nicht.“ Erst einem kräftigen Mann sei es gelungen, den Hund wegzureißen.

Die Polizei bestätigt den Vorfall, der sich am Freitag um 18.21 Uhr ereignet habe. „Beide Beteiligte hatten ihren Hund an der Leine“, sagt Behördensprecher Bernd Pentrop. Dann habe sich einer – wie Zeugen bestätigt hätten – losgerissen. Das Tier sei quer über die Bahnhofstraße zum Eingang der Sparkasse gelaufen und habe den anderen Hund in den Kopf und dessen Halterin in den rechten Oberschenkel gebissen. Es sei eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung geschrieben worden.

Ordnungsamt wird Maßnahmen gegen den angreifenden Hund prüfen

„Der andere Hund war so aggressiv, der wollte nur angreifen“, sagt Sema Can: „Wäre das ein Kind gewesen, hätte das keine Chance gehabt.“ Informiert ist inzwischen das städtische Ordnungsamt. „Der Vorfall ist bekannt“, erklärt Stadt-Pressesprecher Ingo Rous. Gewartet werde allerdings noch auf Einzelheiten, die von der Polizei geliefert würden. Nach deren Schilderungen werde der Fall dann geprüft, um notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Das könnte beispielsweise eine Maulkorbpflicht sein.

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