Blitzer vor der Lennetalbrücke könnte Vorbild werden

A45 bei Hagen

Der Blitzer auf der A45, der bisher drei Millionen Euro in die Hagener Stadtkasse gespült hat, ist ein Modellversuch. Zum ersten Mal wird in NRW eine Anlage am Beginn einer Baustelle getestet. Erste Zahlen des Blitzers vor der neuen Lennetalbrücke deuten auf einen Erfolg hin.

HAGEN

, 12.01.2016 / Lesedauer: 2 min
Blitzer vor der Lennetalbrücke könnte Vorbild werden

Rund drei Jahre soll die neue Blitzanlage auf der A45 Richtung Frankfurt vor der Baustelle Lennetalbrücke stehen bleiben.

An einer Modellstudie nehmen Autofahrer teil, die von dem Superblitzer an der A45 in Garenfeld erfasst werden. „Das ist bislang grundsätzlich kein Unfallschwerpunkt“, erläuterte Benjamin Hahn, Pressesprecher der Bezirksregierung in Arnsberg: „Der Grund für die Anlage ist ein Feldversuch.“

Denn in der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass viele Autofahrer bei Baustellen mit zu hoher Geschwindigkeit in die Fahrbahn-Verschwenkungen hineinfahren: „Dieser Bereich ist 4- bis 16-mal unfallträchtiger als die freie Strecke.“

Zum ersten Mal in NRW wollen die Verkehrsexperten deshalb testen, welchen Effekt die Überwachungsanlage vor dem Abschnitt zeigt, wo noch bis 2018 an der neuen Lennetalbrücke gebaut wird. „Sie soll den besonders gefährlichen Punkt am Anfang der Baustelle entschärfen und auch die Sicherheit der Bauarbeiter gewährleisten“, erklärte Hahn: „Alle sollen mit der zulässigen Geschwindigkeit in den Bereich hineinfahren.“ Das Projekt werde ständig begleitet, um die Entwicklungen zu verfolgen.

Kurz hinter der Schwerter Stadtgrenze

Die Wahl des Standortes, so Hahn, sei schwierig gewesen, da er für alle Bauphasen des Projektes geeignet sein musste: „Die Autofahrer sollen nicht hinterher wieder beschleunigen.“ Die Entscheidung fiel schließlich für den Aufstellplatz wenige hundert Meter hinter der Schwerter Stadtgrenze in Garenfeld.

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Bisher ist der Baustellenanfang laut Hahn noch wenig kritisch, da lediglich die Spuren verengt sind. Diese „Gewöhnungsphase“ für die Verkehrsteilnehmer ändert sich allerdings schon ab Ende Februar, wenn planmäßig der Verkehr auf die neugebaute Brückenhälfte verschwenkt werden soll: „Dann beginnt die kritische Phase.“ Für diesen Zeitpunkt sei die Anlage gedacht.

Nur ein Unfall seit Juli

„Die Hoffnung ist, davon wegzukommen, dass Baustellen besonders unfallträchtige Schwerpunkte sind“, sagte Hahn. Bislang ist seit Aufstellen der Blitzer im vergangenen Juli nur ein Verkehrsunfall in der Statistik verzeichnet. Dafür erwischte sie in dem Tempo-80-Bereich 105.000 zu eilige Autofahrer und spülte der Stadt Hagen drei Millionen Euro an Bußgeldern in die klamme Stadtkasse – kein ganz ungewollter Nebeneffekt.

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