BrandVital: Insolvenzantrag auch für die Gesellschaft, die Rollstühle und Betten vermietet

rnWirtschaft in Schwerte

Die Krise um die Sanitätshaus-Kette BrandVital zieht immer weitere Kreise. Für noch zwei Unternehmen wurde Insolvenzantrag gestellt. Unterdessen wirbt der Laden mit Rabatten von 50 Prozent.

Schwerte

, 17.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachthemd, Schlafanzug, Body, BH - alles Markenwäsche zum halben Preis. Mit Rotstift-Angeboten wirbt an der Bahnhofstraße die Filiale der Firma BrandVital, für die im Dezember ein Insolvenzantrag gestellt worden ist. Gleichzeitig macht ein ausgedruckter Aushang an der gläsernen Eingangstür auf neue Öffnungszeiten aufmerksam. Samstags ist demnach - ebenso wie am Mittwochnachmittag - der Laden geschlossen. Darauf sollten Kunden sich beim Einkaufsbummel in der Innenstadt einstellen.

Insolvenzantrag für zwei weitere Firmen

Unterdessen ist für die nächsten beiden Unternehmen des Firmengeflechts, das an dem BrandVital-Hauptsitz im Geisecker Gewerbegebiet An der Silberkuhle ansässig ist, ein Insolvenzantrag gestellt worden. Betroffen sind laut Bekanntmachung des Amtsgerichts Hagen die GB Health Care GmbH und die GB Leasing GmbH. Für beide wurde ebenfalls der Düsseldorfer Rechtsanwalt Horst Piepenburg, der als Sanierungsspezialist gilt, als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt.

Viele Senioren nutzen Rollstühle, die bei BrandVital geleast sind.

Viele Senioren nutzen Rollstühle, die bei BrandVital geleast sind. © Reinhard Schmitz

„Beide Gesellschaften haben keine Mitarbeiter“, erklärt dessen projektbezogener Pressesprecher Holger Voskuhl auf Anfrage. Bei der GB Health Care handele es sich um eine Beteiligungsgesellschaft, unter der Auslandsgesellschaften in Polen und in der Schweiz angesiedelt seien. Die GB Leasing dagegen halte die Anlagewerte wie Betten oder Rollstühle und Rollatoren; derartige Hilfsmittel für die Mobilität, von Bewohnern angemietet, sind beispielsweise auf den Fluren von Altenheimen anzutreffen. Für die Dachgesellschaft GB Holding GmbH war schon kurz vor Weihnachten ebenfalls Insolvenz beantragt worden.

Interessierte Investoren informieren sich über Unternehmenszahlen

Im Hintergrund bemüht sich der Insolvenzverwalter Horst Piepenburg, Übernahme-Interessenten für die Unternehmen zu finden. „Der Investorenprozess läuft“, berichtet sein Sprecher Holger Voskuhl. Es hätten sich inzwischen sowohl strategische Investoren als auch Finanzinvestoren gemeldet. Sie brauchen gar keine Vertreter vor Ort zu schicken, um sich in den Büchern über die Lage der Firmen zu informieren. Stattdessen können sie in einem Datenraum im Internet, wo die Zahlen hinterlegt sind, Einblick nehmen. Wer ernsthaftes Interesse bekunde und eine Vertraulichkeits-Erklärung unterschreibe, könne den Zugang zu dem Datenraum erhalten.

Jetzt lesen

„Der vorläufige Insolvenzverwalter hofft, dass er möglichst schnell zu einem Ergebnis kommt“, sagt Holger Voskuhl. Das größte Geschäft werden übrigens nicht über die Ladenlokale abgewickelt, sondern liege in der direkten Belieferung von Kunden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt