Brutaler Mord in Ergste: Gericht veröffentlicht erste Einzelheiten zur Tat

Mordfall Michael S.

Der Mord an einer 72 Jahre alten Ergsterin in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar hinterließ viele Fragen. Am Donnerstag beginnt der Prozess. Das Gericht nennt jetzt erstmals Einzelheiten.

28.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Brutaler Mord in Ergste: Gericht veröffentlicht erste Einzelheiten zur Tat

Michael S. arbeitete nach seiner Haftentlassung im Gartenbau. © Muehlbauer, Heiko (Scrrenshot - Montage)

Bis zum 29. August soll das Verfahren gegen Michael S. (50) vor dem Hagener Landgericht dauern. Bis dahin soll vor allem der Tathergang geklärt werden. Denn bislang schweigt der Tatverdächtige zu den Tatvorwürfen.

Die Staatsanwaltschaft hat aber in ihrer Anklage eine Theorie entwickelt, was in dem Haus in Ergste in jener Nacht passiert sein soll. Michael S, der 1991 vom Landgericht Aachen wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden war, hatte den letzten Teil seiner Strafe in der JVA-Ergste verbracht. Dort war er auch Außenarbeiter. Allerdings geht die Anklage nicht davon aus, dass der Täter und sein späteres Opfer sich kannten. Obwohl die Witwe in unmittelbarer Nähe zur JVA in einem Einfamilienhaus wohnte.

Es begann mit Schlägen ins Gesicht

S. habe sein Opfer zunächst aus unbekanntem Grund ins Gesicht geschlagen. Zur Verdeckung dieser Straftat habe er sich schließlich entschlossen, die Frau zu töten, so die Anklage. Der Täter stach zunächst mit einem Messer auf sein Opfer ein, um es anschließend zu erwürgen.

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Im weiteren Verlauf der Nacht habe er dann noch eine Geldbörse und eine Taschenuhr aus dem Haus gestohlen. Zum Schluss versuchte er noch das Haus anzuzünden, in dem er ein eingeschaltetes Bügeleisen auf das Bett seines Opfers stellte. Der Brand griff wegen Sauerstoffmangels aber nicht auf das Haus über.

Sicherungsverwahrung wird geprüft

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen Körperverletzung, Mord, Diebstahl und schwere Brandstiftung vor. Neben einer lebenslangen Freiheitsstrafe steht auch Sicherungsverwahrung im Raum.

Michael S. war am 2. Oktober 2018 auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen worden. Seitdem arbeitete er als Landschaftsgärtner und wohnte in Schwerte. Sein Fall erregte auch dadurch Aufsehen, dass er sich während seiner Festnahme durch das SEK selber gefilmt hatte und den Film live ins Internet übertrug.

Das Landgericht Hagen erwartet Medien-Andrang

Das Gericht erwartet einen großen Publikumsandrang zum Prozessauftakt. Journalisten müssen sich für die Berichterstattung akkreditieren.

Nach Aussagen des Gerichtssprechers hat sich der Angeklagte in seinen Vernehmungen zwar zum Tattag eingelassen, die Tat kam aber in seinen Schilderungen nicht vor. Sodass es in dem langen Verfahren wohl um Zeugenaussagen und Indizien gehen wird.

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