Brutaler Überfall: Zwei junge Schwerter vor Gericht

Prozessauftakt mit Teilgeständnis

Die Angeklagten sind erst 16 Jahre alt, der Vorwurf jedoch äußerst brutal: Die Jugendlichen sollen im Januar einen 36-jährigen Schwerter auf der Ostberger Straße überfallen und dabei fast getötet haben. Das Opfer hatte 15 Stichverletzungen. Am ersten Prozesstag am Dienstag vor dem Hagener Landgericht gab es ein Teilgeständnis,

SCHWERTE/HAGEN

25.07.2017, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Brutaler Überfall: Zwei junge Schwerter vor Gericht

Es war exakt 9.07 Uhr, als der Prozess von einem Justizwachtmeister aufgerufen wurde. Mit Blick auf das jugendliche Alter der zwei Angeklagten findet der gesamte Prozess komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 

Ehe die Saaltüren endgültig ins Schloss fielen, blickte einer der beiden Angeklagten (kurze Haare, dunkle Brille, kindliche Gesichtszüge) noch einmal kurz durch den Türspalt. Dann leuchtete neben dem Eingang zum großen Schwurgerichtssaal 201 auch schon das Schild auf: "Nichtöffentliche Sitzung".

Ein Angeklagter legt Teilgeständnis ab

Wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, hat einer der beiden 16-jährigen Schwerter über eine so genannte Verteidigererklärung seines Anwalts eingeräumt, bei dem Überfall vom 28. Januar dabei gewesen zu sein. Mit einem Messer zugestochen haben, will er angeblich aber nicht.

Als Hintergrund für den Raubüberüberfall, so der Gerichtssprecher weiter, gab der 16-Jährige an, dass er und sein Freund damals total benebelt "von Alkohol und Drogen" gewesen seien. Der gleichaltrige Mitangeklagte habe zum Prozessauftakt von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht, hieß es.

Gerichtsmediziner zählte 15 Stichverletzungen

Der Überfall unweit vom Friedrich-Bährens-Gymnasium war eines der schwersten Gewaltverbrechen der letzten Jahre: Es war gegen 0.45 Uhr, als ein 36-jähriger Schwerter beinahe getötet worden wäre. Laut Anklage hatten die beiden Jugendlichen auf ein Zufallsopfer gelauert.

Dann ging alles ganz schnell: Der arglose Passant, der damals eine Gitarrentasche umgehängt hatte, wurde laut Staatsanwaltschaft brutal niedergeschlagen, ins Gesicht getreten und immer wieder mit einem Messer attackiert. Die Täter raubten ihm schließlich ein Handy und eine Bassgitarre. Das Opfer ließen sie lebensbedrohlich verletzt zurück.

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Gerichtsmediziner zählten bei dem 36-Jährigen insgesamt 15 Stichverletzungen. Ein Messerstich hatte laut Anklage in Höhe der Schläfe die Schädeldecke durchbohrt, einer war bis in das Nierenbecken, ein weiterer durch den Rückenbereich bis in die Brusthöhle eingedrungen. Allein dank ärztlicher Kunst, so die Staatsanwaltschaft, konnte der schwer verletzte Mann gerettet werden.  

Polizei setzte Hubschrauber bei Fahndung ein

Die zwei Angeklagten waren eine Woche nach dem Überfalldrama in der Schwerter Innenstadt festgenommen worden. Die Polizei hatte zuvor sogar mit einem Polizeihubschrauber nach den beiden Verdächtigen gefahndet.

Die Anklage lautet auf Mordversuch, schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung. Wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten ist im Falle einer Verurteilung das Jugendstrafrecht (maximal 10 Jahre Jugendhaft) anzuwenden. Die Urteile sollen voraussichtlich frühestens am 1. September verkündet werden.

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