Andrang bei Buchhändlern: Was die Schwerter in der Corona-Sperre lesen

rnCoronavirus

In den vergangen Wochen mussten viele Geschäft Corona-bedingt schließen und um ihre Existenz bangen. Die beiden Schwerter Buchhandlungen hatten indessen eine Zeit besonderer Erlebnisse.

Schwerte

, 22.04.2020, 11:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon in der Woche, bevor Geschäfte als Maßnahmen zur Reduzierung der Kontakte schließen mussten, überlegten sich viele Händler, wie sie den kompletten Absturz ihres Unternehmens abfedern könnten.

Die Buchhändler in Schwerte, die Ruhrtal-Buchhandlung und die Bücherei Bachmann hatten da einen Vorteil. Sie bieten ihre Bücher seit Jahren auch im Internet an. Ihre Hoffnung, das Online-Geschäft könnte den Verlust durch die Schließung auffangen, hat sich erfüllt. Beide Unternehmen hatten viel zu tun.

„Das Telefon stand nicht still“, berichtet Olaf Bachmann von seinem Alltag in der Corona-Pause. Der Strom an Bestellungen riss nicht ab. Die Schwerter Daheim-Bleiber hatten Langeweile und wollten etwas Lesen.

Buchberatung am Telefon

Das hätten sie auch per Klick auf der Internetseite der Buchhandlung tun können, aber wenn man nicht weiß, was man eigentlich lesen will, braucht man eben eine Beratung. Und die gab es am Telefon.

So erging es auch Eva Stapper in der Ruhrtal-Buchhandlung. Trotz reagierte sie mit einem Seufzer – „Endlich wieder Kunden im Laden“ – in dieser Woche auf die Lockerung der Kontakt-Einschränkungen.

Auf Schwerter Straßen waren in dieser Zeit überraschend viele Bücher unterwegs. Per Liefer-Dienst, per Taxis der Werbegemeinschaft oder per Fahrrad der Bücherei-Mitarbeiter. Bis zu 200 Bücher pro Woche lieferte so zum Beispiel die Ruhrtal-Buchhandlung aus.

Bücher mit dem Fahrrad ausgeliefert

„Es war schon ein anderes Arbeiten“, versucht es Eva Stapper in Wort zu fassen. Die Radtouren ihrer Mitarbeiter gingen manchmal bis Gahrenfeld oder Rheinen und das bei perfektem Ausflugswetter.

Jetzt lesen

In den sogenannten „Shutdown“ fiel auch das Osterfest. Deshalb registrierte Olaf Bachmann auffällig viele Bestellungen von Kinder-Büchern. Vorlesebücher oder Bilderbücher. Und weil dabei zumeist die Liefer-Adressen nicht mit den Besteller-Adressen übereinstimmten, geht Bachmann davon aus, dass Großeltern ihren Enkel liebevolle Bücher-Grüße zukommen ließen.

Viel Fachliteratur für Steuerberater

Eva Stapper hat genauer festgehalten, welche Bücher in den Corona-Wochen besonders liefen. Im Kinderbereich liefen die sogenannten Tonie-Figuren besonders gut. Gummifiguren, die Datenträger für Hörspiele sind.

Auf Nummer eins der Verkaufsliste steht aber der Bestseller „Stern 111“ von Lutz Seiler. Eine Überraschung gibt es auf Platz drei. Der zeigt, dass noch eine andere Berufsgruppe in Schwerte viel zu tun hatte. Denn auf Platz drei steht Fachliteratur für Steuerberater.

Jetzt haben die Büchereien wieder geöffnet. Bei einem Kunden pro zehn Quadratmeter war aber nur wenig los. Vor den Türen bildeten sich aber zwischenzeitlich Schlangen.

Lesen Sie jetzt