Bürger retten Wandhofer Friedhof vor Schließung

Vereinbarung mit der Stadt

Die Stadt Schwerte wollte den Friedhof in Wandhofen eigentlich schließen. Aus Kostengründen. Das trieb zahlreiche Bürger im Vorort auf die Barrikaden. Sie gründeten eine Bürgerinitiative zur Erhaltung der Ruhestätte. Offenbar haben sich Engagement und Widerstand gelohnt. Der Rat der Stadt lenkte jetzt ein.

WANDHOFEN

, 07.07.2017, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürger retten Wandhofer Friedhof vor Schließung

Friedhof Wandhofen

Der Wandhofener Friedhof bleibt vorerst erhalten, er wird von ehrenamtlichen Helfern gepflegt. Der Rat der Stadt beschloss am Mittwochabend gegen die Stimmen von CDU und FDP einen Nutzungsvertrag mit der Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Friedhofs.

Die Entscheidung, die die Ratsmitglieder zu treffen hatten, war simpel: Wie viel Vertrauen bringt man dem bürgerschaftlichen Engagement in Westhofen entgegen? SPD, WfS, Grüne und Linke waren sich sicher: Die Unterstützer des Friedhofs schaffen das.

„Woanders rollt man solchen Initiativen einen roten Teppich aus“, sagte Dieter Reichwald von den Linken. Und Andreas Hosang erklärte für die Grünen, man könne froh sein, wenn Bürger ihren Friedhof vor der Schließung bewahren.

Arbeitsgruppe hatte den Friedhof zur Schließung vorgeschlagen

Eine Arbeitsgruppe aus Rat und Verwaltung hatte den Friedhof in Wandhofen zur Schließung vorgeschlagen. Der Grund waren niedrige Bestattungszahlen. Da aber die Gebührenkalkulation der Stadt für alle Friedhöfe gilt, sorgen nicht rentable Friedhöfe für eine Erhöhung der Gebühren.

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Die wird es jetzt wohl auch geben, denn erstens bleibt der Wandhofener Friedhof mit in der gemeinsamen Kalkulation, und zweitens beschloss man gleichzeitig, die Verluste, die der Stadt beim Betrieb ihrer Friedhöfe entstanden sind, in die künftige Gebührenkalkulation mit einzurechnen und sie nicht mit Steuermitteln auszugleichen.

Wenig Vertrauen in Vertragswerk und die Interessengemeinschaft 

Wenig Vertrauen in Vertragswerk und die Interessengemeinschaft hatten CDU und FDP: „Da steckt keine Zukunft drin“, sagte Egon Schrezenmaier (CDU) mit Blick auf die Interessengemeinschaft, und Renate Goeke (FDP) sagte: „Ehrenamtliches Engagement in allen Ehren, aber für die Schließung des Friedhofs spricht die Eindeutigkeit der Zahlen.“

Die Stadt bestätigte auf Anfrage, dass der Vertrag mit der Interessengemeinschaft ohnehin nicht rechtlich bindend sei. Es handele sich um eine Absichtserklärung. Ein Umstand, der die Gegner des Vertrages nicht gerade hoffnungsvoller stimmte, dass das Projekt gelingen wird. 

Der Sprecher der Initiative zum Erhalt des Friedhofs, Dieter Schmikowski, hat nach eigenem Bekunden bislang nahezu 50 ehrenamtliche Helfer gefunden, die bei dem Projekt mitmachen wollen. 

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