Bushaltestellen in Schwerte für Blinde fit gemacht

Barrierefrei bis 2022

Blinde und Sehbehinderte haben Schwierigkeiten, die Haltestellenmasten in der Stadt rechtzeitig zu erkennen und es drohen Verletzungen. Deshalb werden jetzt an 13 Bushaltestellen Sicherheitsringe installiert um sie behindertenfreundlicher zu machen. Damit nimmt Schwerte bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

SCHWERTE

, 23.10.2015, 12:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Schwerte geht in puncto Barrierefreiheit vorneweg. Als erste Kommune der Bundesrepublik hat sie, gemeinsam mit Landrat Michael Makiolla und Dr. Uwe Rennspieß, Bereichsleiter des VKU-Verkehrsmanagements, den ersten Sicherheitsring für Bushaltestellen vorgestellt. Dieser soll blinden und sehbehinderten Menschen künftig als wichtige Unterstützung an der Haltestelle „Post“ an der Bahnhofstraße dienen.

Wie macht man den öffentlichen Personennahverkehr behindertenfreundlicher? Diese Frage haben sich vor geraumer Zeit der Kreis Unna, die Stadt Schwerte und die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) gestellt. In Kooperation mit beeinträchtigten Menschen hat die VKU 2013 das Projekt „JederBus – Inklusion erfahren“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit sehbehinderten Menschen wurden so Schwachstellen im Stadtbild kenntlich gemacht, die behinderten Menschen den Alltag erschweren.

13 Haltestellen betroffen

Dazu gehören auch 13 Bushaltestellen, die die VKU ins Auge fasste. An diesen seien die Haltestellenmasten zu mittig auf dem Bürgersteig platziert. „Für blinde Menschen bergen die Masten dann eine große Verletzungsgefahr“, sagt Landrat Michael Makiolla. Das bestätigt auch Volker Feiweier vom Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen. Er leide an einer Sehbehinderung und habe beim Pendeln mit seinem Blindenstock Probleme, den Mast zu erkennen. „Es kann passieren, dass man mit dem Kopf gegen die Masten läuft. Das könnte dann blutig enden“, sagt er.

Mittlerweile hat die VKU eine Lösung für dieses Problem gefunden: Ein großer Sicherheitsring, der am unteren Ende des Masts angebracht ist, soll blinden und sehbehinderten Menschen dabei helfen, einen Haltemast sofort zu erkennen. „Diese Ringe sind sehr hilfreich“, so Feiweier weiter. Der erste von insgesamt 13 Ringen wurde bereits an der Haltestelle „Post“ an der Bahnhofstraße verbaut.

Schwerte ist Vorreiter

Durch die Installation des Sicherheitsrings genießt Schwerte bundesweit eine Vorreiterrolle. „Es freut mich, dass wir diesen Weg gehen. Ich hoffe, dass andere Kommunen diesem Beispiel folgen werden“, sagt Jürgen Paul, stellvertretender Bürgermeister der Stadt.

Bereits vor einigen Jahren startete die Stadt Lünen ebenfalls den Versuch, Sicherheitsringe an Haltestellen anzubringen. Damals scheiterte die Installation der Ringe jedoch an rechtlichen Auflagen. Die Versicherer der Stadt konnten nicht für mögliche Personenschäden haften, die durch die Ringe entstanden wären. Normalsehende Menschen hätten nämlich leicht über die Ringe stolpern können. In Schwerte gab es indes keine Probleme.

Völlige Barrierefreiheit bis 2022

Dr. Uwe Rennspieß von der VKU freut sich, dass die Installation der Ringe nun geklappt hat. „Viele Bausteine gehören dazu, dass wir es schaffen, bis 2022 für völlige Barrierefreiheit zu sorgen“, so Rennspieß. Die Installation der Sicherheitsringe, einer davon kostet 90 Euro, sei der erste Schritt, um dieses Ziel zu erreichen. Die Kosten für die Ringe übernehme hauptsächlich die VKU. Das Land NRW beteilige sich allerdings ebenfalls mit Fördermitteln.

Diese Haltestellen werden mit einem Sicherheitsring ausgestattet:
Post, Katholisches Krankenhaus, Graf-Adolf-Straße, Werner-Steinem-Platz, Sonnenstraße, Borowski Autofit, Kreuzstraße, Luisenstraße, Westhofen Bahnhof, Stahlwerk Ergste, Bruchstraße, Kreinberg, Sparkasse.

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