Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

CDU-Fraktion möchte vorerst nicht mehr im Schwerter Integrationsrat mitarbeiten

rnKrach im Integrationsrat

Der CDU-Vertreter Jürgen Paul und seine Fraktion lassen ihre Mitgliedschaft im Integrationsrat ruhen. Auch andere Fraktionen kritisieren die einseitige Besetzung im Integrationsrat.

Schwerte

, 27.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Die CDU-Fraktion und ihr Vertreter Jürgen Paul sind nicht mehr bereit, im Integrationsrat mitzuarbeiten. Sie lassen bis auf Weiteres ihre Mitgliedschaft ruhen. „Solange Mitmenschen, nur weil sie ihre eigene Meinung vertreten, ausgeschlossen und geächtet werden, sind wir nicht mehr bereit, im Integrationsrat mitzuarbeiten“, so Jürgen Paul. Er und seine Fraktion erheben schwere Vorwürfe gegen die Schwerter DITIB-Gemeinde.

Sie verwaltet die Moschee am Beckenkamp in Schwerte. Mehrere Male soll sie dem Schwerter Engin Izgi den Zutritt zur Moschee verweigert haben und beim internationalen Kinderfest „Nisan 23“ an der Rohrmeisterei sogar Hausverbot erteilt haben. Izgi hatte sich wiederholt kritisch gegen die türkische Regierung geäußert.

DITIB steht wegen ihrer Nähe zu Erdogan in der Kritik

Bundesweit steht DITIB wegen ihrer Abhängigkeit zur Türkei in der Kritik. Imame deutscher DITIB-Moscheen werden in der Türkei ausgebildet und sind Angestellte von Diyanet, dem Amt für religiöse Angelegenheiten in der Türkei. Damit sind sie direkt dem türkischen Präsidenten Erdogan unterstellt. DITIB betont aber, die Arbeit in den Moscheevereinen sei unabhängig.

Jürgen Paul und seine Fraktion sehen ihren Schritt als politisches Signal und hoffen, dass die anderen Fraktionen jetzt nachziehen. Sobald die Angelegenheit geklärt sei, sei die CDU-Fraktion auch gerne wieder zur Mitarbeit bereit, aber „so kann es nicht weitergehen“, sagt Jürgen Paul.

Auch andere Fraktionen sind nicht zufrieden mit dem Integrationsrat

Aber nicht nur die CDU-Fraktion ist unzufrieden mit der Arbeit und der Zusammensetzung des Integrationsrats. Auch die SPD-Fraktion kritisiert die einseitige Besetzung und die einseitige Ausrichtung des Integrationsrats. Trotzdem wolle die SPD-Fraktion den Integrationsrat nicht verlassen, erklärt Angelika Schröder, Fraktionsvorsitzende der Schwerter SPD. „Ich ziehe den Hut vor Herrn Paul und kann seine Entscheidung nachvollziehen“, so Schröder weiter, „Aber einfach aufzugeben, ist hier aus unserer Sicht einfach nicht die richtige Entscheidung.“

Auch Reinhard Streibel von der Fraktion die Grünen sieht Diyanet und DITIB mit ihrer „stark an die türkische Staatsrepublik angelehnten Sichtweisen“ kritisch. Aus seiner Sicht verlaufe die Arbeit im Integrationsrat allerdings bisher trotzdem recht reibungslos.

Kein Kommentar von Diyanet

Nach Angaben der CDU und der SPD-Fraktion sei es schon mehrmals versucht worden, klärende Gespräche zwischen Engin Izgi und der DITIB-Gemeinde zu arrangieren, die Diyanet aber abgelehnt habe. Die Vorsitzende des Integrationsrats Aynur Akdeniz, die gleichzeitig Diyanet dort vertritt, war nicht bereit, die Anschuldigungen zu kommentieren.

Lesen Sie jetzt