CDU will Geld für die neue Sportanlage für VfL und Wandhofen auf Eis legen

rnAntrag an Planungsausschuss

Eine neue Sportanlage und eine neues Stadtviertel: Mit seinen Plänen schien Bürgermeister Dimitrios Axourgos viele Politiker hinter sich gebracht zu haben. Nun ist das Projekt gefährdet.

Schwerte

, 19.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine große parteiübergreifende Entscheidung im November 2018: Ein neues Stadtviertel solle auf der einen Seite der Stadt gebaut werden, auf der anderen eine neue große Sportanlage.

Dazu, so die Planer, werde man die Sportplätze am Schützenhof und in Wandhofen verkaufen und hier ein komplettes Stadtviertel bauen, mit einem neuen Discounter, einem Kindergarten und vielen Wohnhäusern. 200 Wohnungen und Einfamilienhäuser sollen neu gebaut werden. Das Areal reicht vom Gelände des ehemaligen Spaßbades (FAB) über den Sportplatz samt den Gebäuden vom Fußballern, Sportschützen und der Reisevereinigung bis zum jetzigen Lidl.

Im Gegenzug wollte die Stadt an der Holzstraße in Wandhofen einen neuen Sportplatz für den VfL-Schwerte und den TuS-Wandhofen bauen.

Pläne sind zu teuer, Probleme sind nicht geklärt

Die CDU will dabei nicht mehr ohne Bedingungen mitmachen. Zu teuer, zu ungewiss und zu viele ungeklärte Probleme werden in einem Antrag aufgeführt, der in die Haushaltsberatungen des Rates eingehen sollte. Bevor man nicht alle Grundlagen ermittelt habe, solle das Geld auf für den Bau auf Eis gelegt werden.

In ihrem Antrag fordern die Christdemokraten die für den Sportplatzbau eingeplanten Mittel – insgesamt fast zehn Millionen Euro – mit einem Sperrvermerk zu versehen. Lediglich 60.000 Euro solle man für die Ermittlung der Grundlagen 2020 freigeben. (update Dienstag 17.15 Uhr) Das Thema wurde vom Planungsausschuss in die Sitzung des Rates am 27. Novvember verschoben.

Schon im Vorfeld gab es immer mal wieder Querelen

Schon lange hatte es hinter den Kulissen gegärt. Mal waren sich die beiden Sportvereine nicht einig, dann meldeten sich Sportschützen und Taubenzüchter zu Wort, die ebenfalls Gebäude am Schützen besitzen und auch die Grundstücksfrage blieb umstritten.

Die CDU listet in ihrem Antrag die Punkte auf, die man noch klären müsse, bevor man das Projekt ins Auge fasst:

  • Ungeklärt sei die Situation, die durch die Verlagerung des Lidl-Markts entstehe und welche Einnahmen daraus zu erwarten seien.
  • Was passiert mit den Erbbaurechten der Taubenzüchter und der Sportschützen? Schließlich richte sich der Erlös, den man für den Verkauf des Areals erwarte, davon ab, was die Lösung gekostet hat.
  • Was ist mit den Altlasten auf dem Gelände des VfL-Schwerte?
  • Was kostet die Stadt der Grundstückstausch? Für drei Hektar Gewerbefläche Wandhofener Bruch tausche man 11,5 Hektar anderenorts mit der Wirtschaftsförderung des Kreises, der das Grundstück für den neuen Sportplatz gehört.
  • Darf man zwei Sportvereinen einen neuen Platz bauen, wenn zwei andere zuvor mit Eigenmitteln ihre Plätze von Asche zu Kunstrasen umgebaut haben?
  • Wie hoch sind die Folgekosten der neuen Investition und wer trägt sie?

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Vor dem Hintergrund, dass sich die Stadt Schwerte weiterhin in der Haushaltssicherung befinde und mit rund 22 Millionen Euro überschuldet ist, sei das Projekt ohne fundierte Planung und nachvollziehbare Gegenfinanzierung finanziell nicht tragbar, so CDU-Fraktionschef Marco Kordt.

Grüne waren schon 2018 gegen die Pläne

Damit leitet die CDU aber auch eine 180 Grad Kehrtwende ein. Denn bei den ersten Diskussionen über Wohnbebauung auf dem Gelände des ehemaligen Freizeit- und Allwetterbades hatte man von der Stadt gefordert, Pläne für das gesamte Gebiet vorzulegen.

Die CDU hat durchaus Chancen, ihren Antrag im Rat durchzubringen. Denn die Grünen waren schon vom ersten Entwurf der Stadt nicht begeistert. Sie hatten die vielen ungeklärten Punkte bemängelt, vor allem aber auch, dass die Ökologie bei den Plänen überhaupt keine Rolle gespielt habe.

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