Für Schüler: Chris Kramer schreibt Corona-Hörbuch in zehn Tagen

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Trotz vieler Lockerungen der Kontakt-Beschränkungen, sind Bühnen für Künstler weiterhin tabu. Für den Schwerter Musik Chris Kramer bedeutet das nicht, dass er untätig bleibt.

Schwerte

, 23.05.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Inspiration kam vor drei Wochen, als die Politik über den schrittweisen Schulneustart diskutierte. Chris Kramer telefonierte mit seinem Freund Oliver Krajewski. Der ist Lehrer.

Und als solcher bemängelte Krajewski, dass es gar kein Unterrichtsmaterial zum Thema Coronavirus gab. Derartige Reden haben bei Chris Kramer Folgen. In diesem Fall entflammte die Idee von Kinderliedern zum Thema Corona.

Kurzerhand verpflichtete Kramer seinen Freund, ihm beim Verfassen eines Hörbuches zu helfen. Als Fachberater sozusagen. Hörbuch deshalb, weil natürlich Musik dabei sein sollte.

Zehn Tage – „und vor allem Nächte“, so Chris Kramer – schrieb er an den Songs zum Corona-Unterrichts-Hörbuch, das den Namen bekam: „Die kleine Mundharmonika und die Corona-Viren“.

Ein paar gute Einfälle

Kramer erinnert diese zehn Tage als sehr angenehme Zeit. „Ein paar gute Einfälle, ein paar gute Tage“, so der international bekannte Musiker.

Herausgekommen sind Texte wie:

„Ein Virus ist ein kleines Ding

Da ist noch nicht mal Leben drin.

Ein Virus nur ein Ziel begehrt,

dass es sich ständig hier vermehrt.

Damit dem Virus das gelingt,

es auf den nächsten Menschen springt.

Wenn der sich dann die Finger leckt,

hat sich das Virus schon versteckt.“

Dann ein Anruf bei den Bandmitgliedern, die ja auch nichts zu tun hatten, und schon waren die acht Stücke eingespielt und der Text vorgelesen. Zuletzt noch ein Cover vom Stamm-Zeichner und schon konnte das Hörbuch auf Spotify und YouTube kostenlos online gehen.

Klickzahlen steigen von Tag zu Tag

Bei der Verbreitung des Hörbuches mit samt Unterrichtsmaterial in deutschen Klassenzimmern, muss Kramer auf Mund-zu-Mund-Propaganda unter Lehrern setzen. Er kann zwar keine Zahlen nennen, doch „die Klick-Zahlen steigen von Tag zu Tag“.

Der Spaß am Projekt und die ersten positiven Rückmeldungen haben Chris Kramers Kreativität weiter angefacht. Momentan wird das Unterrichtsmaterial zum Hörbuch so überarbeitet, dass es in Kitas genutzt werden kann. „Für Kinder, die noch nicht lesen und schreiben können“, so Kramer.

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Auch für seine Hauptfigur, die „kleine Mundharmonika“, plant Kramer eine große Zukunft. Das lustige Instrument soll noch mehr Abenteuer in Hörbüchern erleben. Vielleicht sei irgendwann sogar ein Kindermusical drin.

Zeit, daran zu arbeiten hat Chris Kramer bis zum 31. August. Für September sind wieder erste Auftritte geplant.

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